Alles was Sie über Burnout wissen sollten 
Burnout.info liefert viele Antworten zum Thema "Burnout":
- Was ist ein Burnout-Syndrom?
- Was ist dagegen KEIN Burnout-Syndrom?
- Burnout-Prävention - Wann ist es zuviel?
- Was können die Ursachen für ein Burn-Out sein?
- Wie bemerke ich erste Anzeichen bei mir selbst?
- Welche Symptome kennzeichnen das Burn-Out-Syndrom?
- Wie kann ich als Führungskraft in meinem Bereich vorbeugen?
Desweiteren haben Sie auch die Möglichkeit Fragen zum Thema "Burnout" zu stellen.
Pflegenotstand: Krankenschwestern und Krankenpfleger sind stark Burnout-gefährdet 
Ein Stuttgarter Krankenhaus verzeichnete kürzlich 3282,87 Überstunden des Pflegepersonals, berichtete die Presse. Oftmals müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Pause durcharbeiten. Die Situation steht nach Angaben der Betroffenen kurz vor der Eskalation. Die Klinikleitung, so heißt es, sei sich des Problems bewusst und arbeite an Lösungen. Doch egal, wie diese aussehen: Bei Pflegenotstand handelt es sich um ein wesentlich globaleres Problem.
Krankenschwestern und Krankenpfleger arbeiten meist im Schichtdienst und leisten dabei teils schwere körperliche Arbeit. Aber auch die seelische Belastung darf nicht unterschätzt werden – gilt es doch Patienten, Angehörigen, Kollegen und Vorgesetzten gleichermaßen gerecht zu werden. Schon ein einziger Fehler kann dabei unter Umständen ein Leben kosten. Die Verantwortung, die das Pflegepersonal trägt, ist demnach nicht viel geringer als die eines Arztes. Die allgemeine Belastung ist hoch. Im besagten Stuttgarter Krankenhaus ist inzwischen jeder zehnte Pfleger krankgeschrieben.
Zugleich ist die finanzielle und zwischenmenschliche Anerkennung für Pflegepersonal meist eher gering. Viele Krankenhäuser bezahlen ihre Angestellten nach "Haustarif". Dieser liegt normalerweise unterhalb des öffentlichen Tarifs. Letzterer wird oftmals nur noch an größeren Kliniken und Universitätskliniken gezahlt. Dies ist unter anderem ein Grund für Nachwuchsmangel in den Pflegeberufen, der sich auch in Alten- und Pflegeheimen bemerkbar macht.
Doch der Nachwuchs ist immer häufiger gar nicht mehr so stark gefragt. So müssen Krankenhäuser mit derselben Personalzahl immer mehr Patienten und immer schwierigere Fälle betreuen, um überhaupt noch schwarze Zahlen zu schreiben. Verantwortlich für die angespannte wirtschaftliche Lage seien vor allem die stark gestiegenen Kosten für medizinische Geräte, Arznei und Energie. Es handelt sich um einen Teufelskreis, der nur noch durch gesundheitspolitische Reformen aufgehoben werden kann.
Rasanter Anstieg von Burnout-Fällen und anderen psychischen Erkrankungen auch in 2011 
Noch rangieren Rückenschmerzen und Erkältungen als Grund für Krankschreibungen an der Spitze, doch psychischen Leiden sind weiter auf dem Vormarsch. Das zeigt der aktuelle in Darmstadt vorgestellte Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK. Die nach eigenen Angaben größte Krankenkasse in Hessen hatte 2011 die Krankschreibungen von rund 224000 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern analysiert und hatte dabei festgestellt, dass Burnout, Depressionen und Neurosen erstmals auf den dritten Platz vorgerückt waren. Im vergangenen Jahr gingen laut der Angaben 12,9 Prozent aller Ausfalltage auf das Konto psychischer Leiden. 2010 waren es noch 11,5 Prozent.
Noch immer führt die Suche nach den Ursachen von Burn-Out meist in den Arbeitsalltag der Betroffenen. Es fällt Arbeitsnehmern immer schwerer, am Feierabend abzuschalten. Dies liegt auch an der ständigen Erreichbarkeit via Handy beziehungsweise Smartphone. Weitere Faktoren sind Forderungen wie ständige Flexibilität, der steigende und teils sinnlose Dokumentationsaufwand sowie vermehrte Kontrollen durch Vorgesetzte.
Was Burnout hingegen vorbeugen kann, sind eine leistungsgerechte Belohnung und Anerkennung. Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist das Risiko einer arbeitsbedingten Erschöpfung deutlich geringer, zeigt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt, des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts und der Technischen Universität Chemnitz. Eine leistungsgerechte Belohnung bedeutet dabei mehr als nur angemessene Bezahlung. Eine zentrale Rolle spiele vor allem die soziale Anerkennung, die Menschen für ihren Arbeitseinsatz erhalten. Auch was Überforderung für das Arbeitsklima bedeutet, wurde im Rahmen der Studie analysiert. Es zeigte sich, dass die Arbeit für die überwiegende Anzahl der Beschäftigten (noch) eine Sinn stiftende Funktion innehat. Wer dann allerdings aufgrund des ökonomischen Effizienzdrucks gezwungen ist, Qualitätsstandards zu verletzen, leidet darunter.
Sanfte Hilfe bei Burnout-Syndrom: Pflanzliche und homöopathische Präparate 
Im fortgeschrittenen Stadium ist es illusorisch zu glauben, dass das Burnout-Syndrom nach einem Urlaub oder einer längeren Ruhephase so einfach wieder verschwindet. Patienten mit einem ernstzunehmenden Burnout-Syndrom benötigen in jedem Fall professionelle Hilfe. Dazu gehört eine gezielte Psychotherapie, beispielsweise eine Psychoanalyse oder eine Verhaltenstherapie, um die eigene Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen und Leistungsanforderungen allgemein realistischer zu gestalten. Sofern die Patienten depressive Symptome zeigen, verordnen die Ärzte auch entsprechende Medikamente.
Verschrieben werden allerdings nicht nur Psychopharmaka, sondern auch natürliche Präparate zur Unterstützung. Im Bereich der pflanzlichen Medikamente haben sich Johanniskraut-Monopräparate und Kombiprodukte aus Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian bewährt. Diese Medikamente wirken auf die Serotonin-Aufnahme (Hirnstoffwechsel) und können so die Stimmung positiv beeinflussen. Eine angemessene und eher intensivierte psychopharmakologische Behandlung mit Antidepressiva (v. a. SSRI) ist allerdings in der Regel unverzichtbar. Diese verläuft aber nicht immer optimal, da bei Burnout-Patienten nur wenig verallgemeinerbare Erfahrungswerte vorliegen. Im Hinblick auf die Behandlung mit den an sich nebenwirkungsfreien Johanniskrautpräparaten müssen hingegen unter anderem mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (zum Beispiel der Pille) beachtet werden.
Eine weitere Option ist der Einsatz von Homöopathie. Arsenicum album D12 empfiehlt sich für alle, die sich kraftlos und erschöpft fühlen und sich nicht mehr regenerieren können. Zincum metallicum D10 wird gegen allgemeine nervliche Schwäche mit geistiger Erschöpfung verodnet. Causticum Hahnemanni D12 hingegen wird bei langsam fortschreitendem Verlust der Lebenskraft, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit eingesetzt, während Arnica D12 gegen die typischen Burnout-Symptome Überlastung und Überanstrengung wirkt. Weitere spagyrische Zubereitungen können die Effekte der genannten Präparate noch unterstützen, in dem sie die Balance von Tag und Nacht sowie Arbeit und Ruhe wieder ins Gleichgewicht bringen.
So entkommen Vielbeschäftigte der Burnout-Falle 
Müdigkeit, chronische Erschöpfung und psychosomatische Beschwerden sind Symptome des Burnout-Syndroms. Es beschreibt einen Zustand innerer Leere und seelischer Verausgabung. Für die körperlichen Krankheitsanzeichen wird dabei meist keine organische Ursache gefunden. Die Auslöser für ein Burnout können vielfältig sein. Meist sind es mehrere (Alltags-)Faktoren, die zusammenwirken und dazu führen, dass die Patienten immer tiefer in die Spirale von Verzweiflung und Selbstentfremdung hineingeraten.
Dennoch kann jeder etwas dafür tun, dass es soweit nicht kommt. Liegt noch kein ausgeprägtes Burnout vor, kann man unter Umständen mit ganz einfachen Verhaltensmaßnahmen präventiv gegen das Erschöpfungssyndrom vorgehen:
Auf den Tagesrhythmus achten!
Burnout-Gefährdete sollten auf ihren „inneren Rhythmus“ achten. Das Tageshoch eignet sich am besten für die schwierige und unangenehme Arbeit. In den Tiefs ist Zeit für Routineaufgaben. So lässt sich die Produktivität steigern, ohne dass man allzu viel Kraft und Energie aufwenden muss. Dabei gilt es, die drei „Rhythmussünden“ zu vermeiden: zu hohen Kaffee- und Cola-Konsum, Non-Stop-Arbeit oder zwei Abende in Folge viel zu spät zu Bett zu gehen.
Pausen machen!
Regelmäßiges Pausieren ist das A und O. Pausen entspannen und sorgen für objektivierende Distanz. Dabei klärt, ordnet und speichert das Gehirn das zuvor Aufgenommene. Die besten Ideen kommen meist in den ruhigen Momenten! Auch ein Nickerchen – heutzutage „Power-Nap“ genannt – kann dabei nicht schaden. Schon Churchill wusste, dass man so aus einem Tag eineinhalb Tage machen kann.
Dinge überschlafen!
Schwierige Aufgaben lösen sich meist nicht sofort. Die Arbeit überschlafen bringt hingegen produktivere Lösungen. So lassen sich auch Flüchtigkeitsfehler vermeiden. Vorher keine unüberlegten Zusagen machen!
Positive vibrations!
Gute Stimmung macht die Arbeit leichter. Zehn Minuten Bewegung zwischendurch, eine Entspannungsübung, eine kleine Plauderei mit Kollegen – schon entsteht wieder neuer Elan. Wichtig ist zudem, bei komplizierten Aufgaben die optimistische Haltung nicht in negativen Denkmustern zu verlieren. Schwarze Gedanken sind Krafträuber.
Burnout und Essstörungen – die Sucht nach Kontrolle 
Viele Burnout-Patienten versuchen, das Gefühl des Ausgebranntseins durch vermehrten Arbeitseinsatz zu kompensieren. Das Ziel: Die Betroffenen suchen nach einem Weg, Kontrolle über die Situation und sich selbst zurückzuerlangen. Einige von ihnen, insbesondere Frauen, sind dabei auch anfällig für Essstörungen. Was der Ausgebrannte mit Arbeitseinsatz zu kontrollieren versucht, das wollen Essgestörte über die Reglementierung der Nahrungsaufnahme erreichen. In beiden Fällen geht es um etwas sehr Ähnliches: Gefühle müssen unbedingt in Schach gehalten werden – und zwar so lange, bis gar nichts mehr geht. Viele Essgestörte haben schon länger kein Bewusstsein mehr dafür, was die Ursache ihrer Qual ist. Sie haben auch keine Zeit, sich damit zu beschäftigen, denn die Essstörung nimmt sehr viel Kraft in Anspruch. Entspannung ist gar nicht mehr möglich. Am Ende erfolgt nicht selten ein physischer und psychischer Zusammenbruch. Die Art der Essstörung kann dabei unterschiedlich sein. Manche Patienten leiden an Magersucht, andere an Bulimie. Auch das gleichzeitige Auftreten der beiden Krankheitsbilder ist möglich: Viele Magersüchtige leiden nach langen Hungerphasen an Heißhungerattacken und möchten zugeführte Kalorien sofort wieder loswerden, da eine Gewichtszunahme eine Niederlage bedeuten würde. Sowohl bei Burnout als auch bei Essstörungen dominiert dieses Gefühl des Versagens. Dieses kann nur durch mehr und mehr Kontrolle kompensiert werden. Bei der Behandlung muss es daher darum gehen, den Zwang, den sich die Betroffenen zumuten, zu durchbrechen. Insbesondere bei Magersucht ist dies trotz moderner therapeutischer Ansätze noch immer sehr komplex. Auch nach stationären Klinikaufenthalten erleiden zahlreiche Betroffene immer wieder Rückfälle.
Burnout - Pflichten des Arbeitgebers 
Schutz vor psychischer Überlastung am Arbeitsplatz ist nicht nur Sache der Arbeitsnehmer. Denn wo zu viele Aufgaben auf zu wenigen Schultern verteilt werden, helfen Entspannungstechniken, Urlaub oder sportlicher Ausgleich in der Freizeit häufig nicht mehr weiter. Vielmehr ist der Arbeitgeber in der Pflicht, die Bedingungen vor Ort am Arbeitsplatz entsprechend anzupassen.
In Sachen Schutz vor psychischer Überlastung, die zu Burnout führen kann, ist die Rechtslage bislang nicht eindeutig oder gerichtlich definiert. Gefährdungsbeurteilungen und Folgemaßnahmen können sich aber aus der Fürsorgepflicht und § 5 des Arbeitsschutzgesetzes ergeben. So hat der Arbeitgeber grundsätzlich auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. Darüber hinaus gibt es im Zusammenhang mit Burnout individualarbeitsrechtliche Pflichten, die aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers entstehen. So muss der Arbeitgeber aktiv dazu beitragen, einem Burnout vorzubeugen, einer drohenden Erkrankung entgegenzuwirken und – falls es bereits zum Burnout gekommen ist - mit der Erkrankung des Angestellten angemessen umgehen. Die Fürsorgepflicht greift schon bei allerersten Symptomen und kann im Extremfall bedeuten, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter Erholungsurlaub erteilen oder ihm vorschlagen muss, andere, weniger belastende Aufgaben im Betrieb zu übernehmen.
Bislang müssen Unternehmen kein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement einrichten. Dennoch haben sie eine Verpflichtung zum präventiven Gesundheitsschutz. So hat der Arbeitgeber die Arbeitsumgebung so zu gestalten und die Arbeitsleistung so zu regeln, dass die Arbeitnehmer vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in angemessenem Umfang geschützt sind. Dies gilt sowohl für die physischen als auch die psychischen Folgen, die sich aus einer Überlastungssituation ergeben.
Psychische Belastungen spielten als Faktor der gesundheitlichen Gefährdung in Betrieben bislang eine untergeordnete Rolle. Der enorme Zuwachs an Burnout-Fällen und anderen seelischen Erkrankungen zwingt die Wirtschaft an diesem Punkt allerdings zu einem Umdenken.