Alles was Sie über Burnout wissen sollten 
Die erste Adresse bei Burnout liefert viele Antworten zum Thema "Burnout":
- Was ist ein Burnout-Syndrom?
- Was ist dagegen KEIN Burnout-Syndrom?
- Burnout-Prävention - Wann ist es zuviel?
- Was können die Ursachen für ein Burn-Out sein?
- Wie bemerke ich erste Warnzeichen bei mir selbst?
- Welche Symptome kennzeichnen das Burn-Out-Syndrom?
- Wie kann ich als Führungskraft in meinem Bereich vorbeugen?
Desweiteren haben Sie auch die Möglichkeit Fragen zum Thema "Burnout" zu stellen.
Burnout: Therapiemaßnahmen nicht zu lange hinauszögern! 
Das Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend und wird auch von Mitarbeitern, Vorgesetzten und Angehörigen der Betroffenen häufig nicht rechtzeitig erkannt. Aus diesem Grund gelangen Patienten manchmal erst sehr spät in Therapie.
Oftmals zögern auch die Betroffenen selbst die Inanspruchnahme von Hilfe sehr lange hinaus. Das funktioniert, indem sie punktuelle Veränderungen in ihrem Leben vornehmen, die kurzfristig zu Erleichterung führen. Andere wiederum verdrängen das Burnout durch Aktionismus. Dennoch: Wer einfach so weitermacht und nicht grundlegend etwas ändert, wird früher oder später eine Therapie benötigen.
Die psychotherapeutische Behandlung bei Burnout ist vor allem inhaltlich und weniger medikamentös ausgerichtet. Liegt eine erkennbare Depression vor, kann eine entsprechende Medikation die Symptome lindern und den Patienten für eine inhaltliche Therapie zugänglicher machen. Dies ist allerdings nicht immer der Fall. So kann die Verordnung von Antidepressiva vom Patienten auch als zusätzliche Niederlage wahrgenommen werden. Dies hat zur Folge, dass die Medikamente oft nicht regelmäßig eingenommen oder eigenmächtig abgesetzt werden.
Der Fokus bei Burnout-Patienten liegt auf einer anderen Ebene: Zunächst in der Verarbeitung von enttäuschten Illusionen und Trauerarbeit, dann in der Neuaufstellung der Persönlichkeit, dem Aufbau von Selbstwertgefühl und der Neudefinition der Identität.
Die Behandlung des Burnout-Syndroms kann sehr komplex sein. Es ist nicht auszuschließen, dass nach der Therapie die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben fehlschlägt und eine (Teil-)Invalidität bestehen bleibt. Die Prognose ist stets abhängig von den persönlichen seelischen Ressourcen des Einzelnen. Je früher durch eine Therapie interveniert wird, desto besser können diese Ressourcen geschützt werden. Andererseits profitieren viele Patienten aber auch von einem durch den Job geregelten Tagesablauf, einem lebhaften sozialen Umfeld und sinnvollen Aufgaben. Insgesamt lässt sich sagen, dass Verlauf und Therapieerfolg bei Burnout sehr individuell sind - ebenso wie die notwendigen Behandlungsmaßnahmen.
Wenn das Studium zum Psychostress wird: Studenten im Burnout 
Das Burnout-Syndrom betrifft neuerdings immer häufiger auch Studenten, stellen Psychologen und Ärzte fest. Deutschlandweit ist die Zahl der Beratungskontakte bei Universitätspsychologen im Jahr 2008 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf inzwischen 80.000 gestiegen. Am häufigsten klagen Studenten dabei über Lernstörungen, Leistungsprobleme und Prüfungsangst - die typischen Vorboten eines Burnouts.
Studiengebühren, starre Regelstudienzeiten, die Angst vor Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt die Umstellung auf das Master- und Bachelorstudium haben dazu beigetragen, dass der Druck auf Studenten in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Die Studiengänge sind stärker verschult, es gibt mehr Anwesenheitspflicht und Zeitdruck. Bummelstudenten haben im modernen Uni-System kaum eine Chance. Darüber hinaus ist ein akademischer Abschluss längst keine Arbeitsplatzgarantie mehr.
Besonders Perfektionisten geraten dabei schnell an ihre Grenzen. Sie begreifen das Pensum nicht als Soll, sondern als Muss und streben nach einem möglichst überdurchschnittlich guten Abschluss. Sie verbringen Stunden im Hörsaal und anschließend in der Bibliothek, leisten in den Ferien Praktika ab und jobben nebenbei, um den Eltern nicht mit Studiengebühren auf der Tasche zu liegen. Da ist Erschöpfung vorprogrammiert.
Um zu vermeiden, dass man als Studentin oder Student ein Burnout erleidet, muss der Umgang mit dem Stress gelernt werden. Denn der Eindruck, dass Stress bedrohlich ist, entsteht immer im eigenen Kopf. Eine sinnvolle Zeiteinteilung mit Pausen, kleine Belohnungen, der Austausch mit Kommilitonen sowie ausgleichende Freizeitaktivitäten machen auch ein hohes Arbeitspensum schaffbar. Wer begreift, dass und wie Stress handhabbar ist, profitiert davon zudem im späteren Arbeitsleben. Studenten, die dennoch glauben, es alleine nicht mehr zu schaffen, sollten nicht zögern, entsprechende Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine vorübergehende Begleitung durch Universitätspsychologen kann helfen, aus dem Tief herauszukommen und aus selbstzerstörerischen Gedankenmustern auszubrechen. Im Falle einer ernsthaften psychischen Erkrankung vermittelt der Universitätspsychologe die Betroffenen an entsprechende Experten weiter.
Burnout bei Lehrern 
Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, sind ganz besonders Burnout-gefährdet. Neben Arbeitnehmern in Pflegeberufen sind unter anderem auch Lehrer signifikant häufig betroffen.
Wer tagtäglich den Ansprüchen und Vorstellungen von Kindern, Eltern, Kollegen und Direktoren gerecht werden und neben den Schulstunden zuhause die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturarbeiten erledigen muss, kann ganz schön in Zeitdruck geraten. Auch in den Ferien liegen Lehrer entgegen der landläufigen Meinung nicht auf der faulen Haut, sondern sind häufig in schulische Organisationsaufgaben und Fortbildungen eingebunden. Vor allem Junglehrer kommen dadurch meist auf deutlich weniger Urlaubstage als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer.
Weiterhin räumt das Schulsystem Lehrern nur wenig Freiraum für das Eingehen auf individuelle Interessen und Bedürfnisse der Schüler ein, sondern zielt eher darauf ab, einem mehr oder minder starren Lehrplan zu folgen. Idealisten sind demnach fehl am Platze. Wer sich dennoch engagiert, muss damit rechnen, dass seine Bemühungen nicht anerkannt werden oder sogar auf negative Resonanz stoßen.
Darüber hinaus haben sich die elterlichen Erziehungsmaßnahmen und damit die intellektuellen und sozialen Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen verändert. In vielen Fällen sind Eltern alleinerziehend und berufstätig, sodass die Erziehungsarbeit an die Schule übergeht. Die Zeiten sind deutlich härter geworden, was die pädagogische Auseinandersetzung betrifft.
Dennoch sind trotz schlechter Arbeitsbedingungen und Stress in der Schule nicht alle Lehrerinnen und Lehrer vom Burnout bedroht. Laut aktuellen Erhebungen macht fast einem Drittel aller Lehrer der Beruf auch nach mehreren Jahren noch Spaß. Knackpunkt ist demnach vor allem der persönlich Umgang mit den Belastungsfaktoren. Auch bei Lehrern ist das Burnout-Syndrom ein Phänomen, das mit den spezifischen Reaktionsmechanismen gekoppelt.
Mütter im Burnout - Stressfalle Familie 
Menschen in sozialen Berufen sind besonders burnoutgefährdet. Selten denkt man dabei jedoch an Hausfrauen und Mütter. Doch auch sie können am Burnout erkranken.
Ein besonders hohes Risiko tragen berufstätige und alleinerziehende Mütter, die den Spagat zwischen Job und Kindererziehung schaffen müssen. Diese Frauen sind weniger Mütter als denn vielmehr "Familienmanagerinnen". Vor allem die Perfektionistinnen unter ihnen, die dazu neigen, sich an anderen Eltern messen, können rasch an den Rand der Verzweiflung geraten, wenn neben der Arbeit im Haushalt, dem Stress im Job und den Ansprüchen der Kinder auch an Sonn- und Feiertagen keine freie Minute mehr bleibt.
Experten schätzen, dass über zehn Prozent aller Krankheitsstände bei Frauen psychische Ursachen haben und jede fünfte Mutter von Burnout betroffen ist. Viele zögern, sich Hilfe zu holen. Erst wenn körperliche Symptome wie Herzrasen, andauernde Kopfschmerzen und Schlafstörungen einsetzen, verstehen sie, dass es an der Zeit ist, den Lebensstil zu ändern.
Doch das ist nicht immer einfach, da in der modernen Gesellschaft häufig die entsprechenden unterstützenden Strukturen fehlen. Nicht immer wohnen Familienmitglieder vor Ort. Die Betreuung durch Oma und Opa oder andere Verwandte entfällt dadurch. Getrennt lebende Eltern müssen sich in Zeit- und Erziehungsfragen genau abstimmen. Die Öffnungszeiten von Krippen oder Kitas sind für Eltern, die als Schichtarbeiter tätig sind, bisweilen unvorteilhaft. Auf diese Weise kann ein Vollzeitjob regelrecht zur Zerreißprobe werden.
Psychologen raten burnoutgefährdeten Müttern (Tipps für Angehörige), sich die eigene Schwäche einzugestehen und Unterstützung einzufordern. Auch wenn es bisweilen schwierig ist, lassen sich Aufgaben umverteilen und Arbeitsabläufe optimieren. Zudem ist es wichtig, sich Pausen im Alltag zu gönnen und Dinge wiederzuentdecken, die einem selbst tatsächlich Spaß machen. Nicht zuletzt gilt es, sich nicht alles so zu Herzen zu nehmen und in der Erziehung auch mal fünf gerade sein zu lassen
Eigendiagnose bei Burnout: Selbsttest für eine erste Einschätzung 
Ist mein Stresslevel wirklich so hoch oder bin ich einfach nur weniger belastbar als andere? Stehe ich tatsächlich unter Druck oder habe ich eher positiven Stress? Wann muss ich mich zurücknehmen, um keinen Burnout zu erleiden? Diese und ähnliche Fragen bewegen zahlreiche Arbeitnehmer in Deutschland und Europa.
Ein Selbsttest kann in diesem Fall einen ersten objektiven Eindruck vermitteln und die Entscheidung erleichtern, ob man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollte oder vielleicht nur wieder einmal ein paar Tage Urlaub benötigt. Einen Selbsttest finden Sie hier: Burnout-Test.
Selbsttests arbeiten in der Regel mit einem Punktesystem. Abgefragt werden verschiedene mögliche Stressfaktoren mit unterschiedlicher Stressintensität. Dabei kann es sich um persönliche Schicksalsschläge wie den Tod eines Familienmitglieds, Jobverlust oder eine schwere Erkrankung handeln, aber auch um an sich erfreuliche Veränderungen wie Heirat, die Geburt eines Kindes oder großer beruflicher Erfolg. Weitere relevante Aspekte sind Symptome wie beispielsweise anhaltende Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen und Schlafprobleme. Wichtig ist, bei der Beantwortung der Fragen so ehrlich wie möglich zu sein.
Nach Auswertung der Angaben bekommen die Teilnehmer ein Ergebnis mitgeteilt. Es enthält neben der Einschätzung der persönlichen Problematik meist auch Tipps zum Umgang mit der augenblicklichen Situation im jeweiligen beruflichen und privaten Umfeld. Je differenzierter der Test arbeitet, je mehr Aspekte er berücksichtigt und je individueller die Antwortmöglichkeiten sind, desto genauer ist eine Einschätzung des persönlichen Burnout-Risikos möglich.
Doch Vorsicht: Selbsttests ersetzen niemals einen Arztbesuch. Wer sich nicht direkt an einen Psychologen wenden möchte, kann sich auch zunächst dem Hausarzt anvertrauen. Dank der hohen medialen Präsenz des Themas Burnout können heutzutage auch Allgemeinmediziner die entsprechenden Schritte in die Wege leiten und gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten veranlassen.
Das Geschäft mit dem Burnout-Syndrom 
Wer unter dem Burnout-Syndrom leidet, ist bei einem Arzt oder Psychotherapeuten an der richtigen Adresse, sollte man meinen. Doch inzwischen erobert das Phänomen Burnout sämtliche Märkte und sorgt für Millionen Euro Umsatz.
Während noch vor wenigen Jahren Rückenprobleme das Volksleiden Nummer eins bei den Krankenmeldungen waren, hält sich nach Hochrechnungen der Krankenkassen rund ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung für ausgebrannt. Dagegen muss etwas getan werden, finden nicht nur Ärzte und Kurkliniken. So haben beispielsweise Versicherungen das Geschäft mit dem Burnout erkannt und werben nun teils aufdringlich für Berufsunfähigkeitspolicen. Weiterhin werden zahllose Coachings zur Burnout-Prävention angeboten. Mit Honoraren von 2000 bis 3000 Euro für ein Tagesseminar sind sie vor allem auf Fachkräfte und Angehörige der Führungsebenen zugeschnitten - das heißt auf die Menschen, die über die entsprechenden finanziellen Ressourcen verfügen und weniger auf diejenigen, die diese Angebote tatsächlich benötigen würden - wie beispielsweise Kranken- oder Altenpfleger.
Auch Reiseveranstalter haben den Bedarf entdeckt und Wellness-Trips und Selbstfindungsreisen in ihr Programm aufgenommen. Das mag einen ruhigen Urlaub ermöglichen, dem echten Burnout-Patienten helfen solche Angebote allerdings wenig. Am meisten nutzen sie dem, der daran verdient. Ähnlich verhält es sich mit beinahe schon kuriosen Freizeitangeboten wie beispielsweise Anti-Burnout-Tango-Kursen.
Auf diese Weise wird Burnout kommerzialisiert, bevor das Leiden überhaupt zu Genüge erforscht werden kann. Denn wer tatsächlich an einem Burn-Out erkrankt ist, braucht keine Meditationskurse auf La Palma. Damit gilt wie so oft: Was populär ist, ist nicht zwangsweise sinnvoll oder gesundheitsfördernd. Burnout-Patienten sollten daher zuerst medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und sich nicht vorschnell für überteuerte Kursangebote ohne nachweisbaren Nutzen entscheiden.