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Referendare im Burnout: 80-Stunden-Wochen und schlechte Perspektiven Referendare im Burnout: 80-Stunden-Wochen und schlechte Perspektiven

Fast jeder Lehramtsstudierende weiß: Das Referendariat ist ein echter Härtetest – vor allem für die Nerven. Zwei Jahre, in denen, so beschreibt es ein Betroffener, "einer fertig ist, bevor er fertig ist". Mitleid kann jedoch kaum einer erwarten. Außenstehenden erscheint der Lehrerberuf vielfach wie ein Traum: Um 13 Uhr ist man fertig und dann die vielen Ferien! Wer unter solchen Umständen jammert, wird höchstens belächelt.

Die Realität sieht allerdings anders aus, insbesondere bei Berufsanfängern: Von acht bis 13 Uhr Unterricht, anschließend Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Lehrprobenvorbereitung, Lernen für das zweite Staatsexamen. Für die meisten endet der Tag nicht weit vor Mitternacht. Kein Manager leistet mehr, schon gar nicht für die knapp 1000 Euro brutto, die Referendare im Durchschnitt verdienen.

Während viele Referendare wider Erwarten gut mit den Schülern klarkommen, machen häufig Kollegen und Vorgesetzte Probleme. Realitätsferne Seminare, in denen hehre Theorien, aber keine praktischen Beispiele für guten Unterricht diskutiert werden, Lehrproben, in denen sich die Gutachter Macht, Hohn und Willkür deutlich anmerken lassen  – viele Referendare empfinden nur Hilflosigkeit und Wut. Wer nicht hartgesotten ist und nach dem Motto "Augen zu und durch" handelt, sondern sich Gedanken macht und den Diskurs sucht, ist rettungslos verloren.
 
Nach der Höllen-Ausbildung ist das Leiden jedoch noch nicht zu Ende. Wer nicht den Geschmack des Seminarleiters oder Gutachters trifft oder es sich mit ihnen durch kritische Auseinandersetzungen verscherzt, bekommt in den Lehrproben schlechte Noten und hat so kaum eine Chance auf eine zeitnahe Anstellung, von Planstelle und Verbeamtung ganz zu schweigen. Davon abgesehen werden immer mehr Lehrer als Saisonkräfte angestellt – und sind in den Sommerkräften jedes Mal arbeitslos.

Laut Studien der Uni Potsdam leiden insgesamt neun bis 35 Prozent der Lehrer am Burnout-Syndrom, weitere 30 Prozent fühlen sich überfordert. Bei Studierenden und Referendaren gelten jeweils 25 Prozent als Burnout-gefährdet.

2013-05-16 22:55

Burnout: Warum besonders die Mutigen betroffen sind Burnout: Warum besonders die Mutigen betroffen sind

Menschen, die verantwortungsvolle Positionen bekleiden, tragen wichtige Entscheidungen und manchmal hohe Risiken. Sie sind selbstbewusst, können sich in der Regel sehr gut selbst motivieren und haben Spaß an dem, was sie tun. Darüber hinaus haben sie gelernt, hart zu sich zu sein, ihre Grenzen manchmal zu ignorieren und vor allem: keine Angst zu haben. Die idealen Voraussetzungen für den Erfolg, möchte man meinen. Dass diese Menschen allerdings auch ein enormes Burnout-Risiko tragen, ist nicht immer leicht zu begreifen.

Wissenschaftler erklären sich das Phänomen wie folgt: Wer keine Angst hat, läuft Gefahr, Grenzen immer häufiger zu überschreiten und dabei die eigene Person zu instrumentalisieren. Schon kleine Anzeichen sollten uns dabei eine Warnung sein. Wer beispielsweise über eine rote Ampel rennt, weil er Angst hat, zu spät zur Arbeit zu kommen, stellt in diesem Moment seinen Job über seine Gesundheit und sein Leben.

Die angstfreien Burnout-Kandidaten fallen meist durch hohes Engagement auf. Keine Aufgabe ist ihnen zu viel. Sie haben einen hohen inneren Erfolgsdruck und möchten sich gerne von Kollegen, die weniger zupacken, positiv abheben. Dass ihnen das Lob von Vorgesetzten gewiss ist, verstärkt dieses persönliche Leistungskonzept – und ein Teufelskreis beginnt.

Leistungsfähigkeit kann nur dauerhaft auf einem hohen Niveau bleiben, wenn Grenzen akzeptiert werden und Menschen ihre Leistungsfähigkeit bewusst einschränken und so Verantwortung für die eigene Person übernehmen. Dabei fungieren Vorgesetzte durchaus als Vorbild für ihre Angestellten: Auch wer nur Entscheidungen ausführt, sollte zweifeln und Bedenken anmelden dürfen. Mitarbeiter, die nicht hin und wieder meckern und stöhnen, sondern Aufgaben wie kleine Maschinen abarbeiten, können ebenfalls rasch ein Burnout erleiden.

2013-05-13 10:51

Wissen macht glücklich! Warum Fortbildungen vor Burnout schützen können Wissen macht glücklich! Warum Fortbildungen vor Burnout schützen können

Die rasante technologische Entwicklung und die allgemeine Beschleunigung des Lebens bewirkt, dass Wissen schneller veraltet als je zuvor. Wer wirklich up to date bleiben will, kann ganz schön in Stress geraten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt stetig und setzen immer mehr Knowhow voraus. Wirklich "ausgelernt" zu haben – das gab es vielleicht noch vor 30 Jahren. Heute ist das undenkbar.

Die aktuelle Studie "Schöne neue Lernwelt? Berufliche Weiterbildung im Wandel" der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW), zu der bundesweit 1005 Erwerbstätige befragt wurden, zeigt, dass sich fast jeder Zweite unter Druck gesetzt fühlt, wenn es um das Thema Weiterbildung im Job geht. Elf Prozent fühlen sich sogar sehr häufig oder häufig überfordert, wenn der Arbeitgeber erwartet, sich stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Die meisten Arbeitnehmer haben den Trend und die Bedeutung von Lernen jedoch klar erkannt: 74 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Fortbildung im Job in zehn Jahren noch wichtiger sein wird als heute. 56 Prozent sagen, dass Weiterbildung in ihrem derzeitigen Beruf unentbehrlich sei. Weitere 32 Prozent halten Weiterbildung wenigstens für hilfreich. Die Studie zeigte zudem, dass Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss aufgeschlossener für Fortbildungen sind: 66 Prozent der Befragten mit Abitur oder Studium schätzen Fortbildung als zwingend erforderlich ein. Dies glaubten hingegen nur 44 Prozent der Studienteilnehmer mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss.

Um mehr Arbeitnehmer vom lebenslangen Lernen zu überzeugen und echte Benefits für den individuellen Job zu erzielen, sei das Lernen in kleinen Schritten und positive Lernerfahrungen wichtig, so die Forschungsleiter. Gefragt seien individuelle Lernkonzepte, die vorhandenes Wissen konstruktiv und kontinuierlich aufbauen. Nur wer sich auf die persönlichen Stärken konzentrieren und ohne Druck lernen darf, ist in der Lage, seine Fähigkeiten voll zu entfalten und diese gewinnbringend im Arbeitsalltag einzusetzen.

2013-05-06 10:17

Burnout im Job: Viele Ursachen, die individuelle Lösungen erfordern Burnout im Job: Viele Ursachen, die individuelle Lösungen erfordern

Warum Arbeitnehmer am Burnout-Syndrom erkranken, kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Wissenschaftler haben noch längst nicht alle Auslöser und Verlaufsformen erforscht. Oftmals beginnen seelische Leiden mit großen Erwartungen hinsichtlich des Gehalts oder der Aufstiegsmöglichkeiten. Arbeitnehmer gehen in ihren Anstrengungen bis über ihre Grenzen hinaus und hoffen auf entsprechende Honorierung. Treten diese – oftmals leider unrealistischen – Belohnungserwartungen nicht ein, kommt es zur inneren Krise.

Andere Ansätze halten die in der modernen Arbeitswelt veränderten Rahmenbedingungen für ausschlaggebend. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) leiden Arbeitnehmer zunehmend unter Zeit- und Leistungsdruck. Ein weiterer Aspekt ist der ständige Umgang mit schwierigen Menschen. Hinzu kommen können Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten.

Der Arbeitsalltag mit Burnout-Syndrom ist nicht einfach. Es fällt den Patienten schwer, Entscheidungen zu fällen. Häufig ziehen sie sich aus dem Team zurück, ihr Verhalten gegenüber Kunden verschlechtert sich, die Leistung sinkt rapide ab.

Leider begegnen Kollegen und Chefs psychischen Leiden noch immer mit vielen Vorurteilen. Andere wollen gerne helfen, sind aber mit der Situation überfordert. Viele Vorgesetzte entziehen den Betroffenen wichtige Projekte, diskreditieren sie im Kreis der Mitarbeiter und denken nicht selten über eine Kündigung beziehungsweise Frühpensionierung nach. Laut Studien aus Finnland erhalten 20 Prozent aller Patienten mit depressiven Episoden (major depressive disorders) innerhalb von fünf Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Ein anderer Ausweg wäre hilfreicher. So sollte im ersten Schritt eine psychotherapeutische Behandlung begonnen werden – und zwar so früh wie möglich. Wenn nötig, muss auch an eine medikamentöse Behandlung gedacht werden. Nach sechs bis acht Wochen kann an eine stufenweise berufliche Wiedereingliederung gedacht werden – je nach Genesungsfortschritt. Ziel ist, die Arbeitsstunden pro Tag langsam wieder zu steigern. Das bedeutet für gesetzlich Versicherte keinerlei finanziellen Einbußen, da sie während dieser Phase noch immer Krankengeld erhalten.

2013-04-23 13:01

Profisportler im Burnout: Leistungsdruck, Existenzangst, psychische Störungen Profisportler im Burnout: Leistungsdruck, Existenzangst, psychische Störungen

Sport hält Körper und Seele fit, glauben viele Menschen und auch Ärzte empfehlen gerne ausreichend Bewegung. Doch dort, wo Sport kein Ausgleich zum sitzenden Berufsalltag mehr ist, kann er ganz schön belastend sein und auch seelische Leiden hervorrufen. Die Studie der Deutschen Sporthilfe offenbart nun Ergebnisse, die das verbreitete Bild vom strahlenden Spitzensportler zum Wanken bringen.

Befragt wurden 1100 Athleten zu unterschiedlichen Themen wie Selbstbild und persönlichen Problemen und darüber hinaus auch dazu, wie viel der moderne Sport, wie sie ihn erleben, noch mit den alten Leitlinien von Fairplay, Gesundheit und Teamgeist zu tun hat. Die Angaben zeigen deutlich, dass Betrug und absichtliche Regelverstöße im Spitzensport keine Seltenheit mehr sind – der Druck ist schlichtweg zu hoch.

Um die hohe Leistungsorientiertheit persönlich noch verkraften zu können, nehmen 34,3 Prozent Nahrungsergänzungsmittel, 10,8 Prozent greifen zu Schmerzmitteln und weitere 5,9 Prozent schlucken regelmäßig Dopingmittel. Bei letzterem Punkt muss allerdings noch die Dunkelziffer eingerechnet werden: So haben 40 Prozent auf die Frage, ob sie Dopingmittel nehmen, die Antwort verweigert. Knapp zehn Prozent leiden nach eigenen Angaben unter einer Essstörung, ebenso viele unter Depressionen und ganze 11,4 Prozent stellen Symptome von Burnout an sich fest.

88,6 Prozent der Athleten machen den Erfolgsdruck für das Fehlverhalten von Sportlern verantwortlich, 57 Prozent leiden nach eigener Aussage sogar unter Existenzangst. Wichtige Gründe für unsportliches Fehlverhalten sind das Streben nach Anerkennung (69,8 Prozent) sowie Profitgier (55,5 Prozent).

Der Deutsche Leichtathletik-Verband zeigte sich von den Ergebnissen der Studie erschüttert. Ziel müsse es sein, individuelle Lösungen für die Probleme der einzelnen Sportler zu finden. Insbesondere der hohe Prozentsatz derer, die Existenzängste verspürten, sei beunruhigend, so der Vorstand. Deshalb gehe es unter anderem auch darum, die Sportler besser auf ein Leben nach dem Sport vorzubereiten.

2013-04-16 23:01

Sexualität und Burnout: Betroffenen zwischen Unlust und Hypersexualität Sexualität und Burnout: Betroffenen zwischen Unlust und Hypersexualität

Eine erfüllende Sexualität entsteht durch das enge Zusammenspiel von Seele und Körper. Auf der körperlichen Seite sind es die Hormone, auf der seelischen geht es um Begegnung im emotionalen und sozialen Bereich sowie um die Umsetzung von Phantasien. Stresshormone jedoch können das Denken blockieren und fokussieren den Betroffenen weg vom Partner. Damit kann sich psychische Erschöpfung auch auf die Partnerschaft und das Sexualleben auswirken. Libidoverlust zählt zu den typischen Symptomen von Burnout. Ist den Betroffenen ihre Unlust bewusst oder macht der Partner seine Unzufriedenheit deutlich, kommen oftmals zusätzlich Scham- und Schuldgefühle auf, die eine weitere Entfremdung zur Folge haben können.

Doch nicht jeder Burnout-Patient leidet unter Libidoverlust. Auch eine gesteigerte sexuelle Aktivität kann ein Anzeichen dafür sein, dass es in anderen Lebensbereichen an Sinn, tiefen Beziehungen und Inspiration mangelt. Substanzen wie Dopamin und Oxytocin – auch bekannt als Glückshormone – sorgen beim und nach dem Sex für ein direktes Belohnungsgefühl und Wohlbefinden. Immer mehr Menschen instrumentalisieren Sex nach Ansicht von Experten zum Stressabbau. Gerade wer ständig in der Öffentlichkeit steht und viel Verantwortung trägt, ist für sexuelle Abenteuer manchmal empfänglicher als andere. Denn durch das sexuelle Erlebnis gelingt es ihm, wenigstens kurzzeitig der andauernden Anspannung zu entkommen. Insgesamt ist der Fokus bei chronischem Stress eher auf die Außenwelt gerichtet, Zeit und emotionale Reserven werden dafür aus dem Privatleben – sprich Familie und Partnerschaft – abgezogen.

In dieser Situation denken Burnout-Patienten häufig an Sexualtherapie oder pharmazeutische Hilfsmittel. Vielmehr geht es jedoch darum, den Energiehaushalt wieder ins Lot bringen. Dazu gehört auch ein klarer und kritischer Blick auf sich selbst. Wem beispielsweise der Partner oder die Partnerin plötzlich nicht mehr attraktiv genug erscheint, sollte sich zunächst lieber fragen, wie  es um die eigene Zufriedenheit mit sich selbst steht.

2013-03-27 10:25

Burnout: Welche Rolle "Stressfood" für den erschöpften Organismus spielen kann Burnout: Welche Rolle "Stressfood" für den erschöpften Organismus spielen kann

Fast jeder von uns kennt das Problem: Wird es hektisch, greifen wir gerne mal zu Schokolade und Gummibärchen oder gönnen uns am Abend ein Gläschen Alkohol, weil wir dann angeblich besser einschlafen. Selber und frisch kochen fällt bei Zeitmangel hingegen gerne mal unter den Tisch. Doch das hat Nachteile für die Gesundheit und kann einem latenten Burnout-Syndrom möglicherweise weiter Vorschub leisten.

Denn Stress zehrt nicht nur an den Nerven, sondern auch an den Nährstoffvorräten des Körpers. Daher ist gerade bei Stress eine gesunde Ernährung wichtig, um eventuelle Vitamin- und Mineralstoffdefizite wieder aufzufüllen. Nährstoffmangel in Verbindung mit Stress geht unweigerlich auf Kosten des Immunsystems. Deshalb passiert es häufig, dass man nach extremen Stresssituationen körperlich erkrankt.

Was benötigt der Körper bei Stress? Werden Stresshormone in der Nebennierenrinde produziert, verbraucht der Körper Vitamin C. Bei Dauerstress, wie ihn viele Burnout-Patienten erleben, reicht der eigene Vitamin C-Vorrat der Nebennierenrinde nicht aus, sodass eine Vitamin C-Zufuhr von außen unabdingbar wird. Da Stress auch sehr belastend für die Nerven ist, steigt zudem der Bedarf an den Vitaminen der B-Gruppe sowie an Vitamin E.  Darüber hinaus hat Stress Auswirkungen auf den Magnesium-Haushalt des Körpers. Durch die Stresshormone wird Magnesium ausgeschwemmt, zugleich begünstigt ein niederer Magnesiumwert ein Ansteigen des Stresshormon-Spiegels. Kurzum: Ein Teufelskreis – der aber mithilfe ausgewogenen Mahlzeiten durchbrochen werden kann.

Wichtig ist eine leichte, aber kohlenhydratreiche Ernährung mit einem geringen Anteil an Fett und Eiweiß. So wird die Verdauung nicht belastet und der Körper dennoch mit ausreichend Energie versorgt. Empfehlenswert sind Gemüse, Reis- und Kartoffelspeisen sowie Obst und Getreidegerichte (Vollkornprodukte und Müsli). Als Snack eignen sich statt Schokolade Obst, Milchprodukte, Trockenfrüchte oder auch Nüsse. Insbesondere Walnüsse gelten als echtes „Brainfood“!

2013-03-21 11:01

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