Burnout bei Lehrern
Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, sind ganz besonders Burnout-gefährdet. Neben Arbeitnehmern in Pflegeberufen sind unter anderem auch Lehrer signifikant häufig betroffen.
Wer tagtäglich den Ansprüchen und Vorstellungen von Kindern, Eltern, Kollegen und Direktoren gerecht werden und neben den Schulstunden zuhause die Unterrichtsvorbereitung und Korrekturarbeiten erledigen muss, kann ganz schön in Zeitdruck geraten. Auch in den Ferien liegen Lehrer entgegen der landläufigen Meinung nicht auf der faulen Haut, sondern sind häufig in schulische Organisationsaufgaben und Fortbildungen eingebunden. Vor allem Junglehrer kommen dadurch meist auf deutlich weniger Urlaubstage als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer.
Weiterhin räumt das Schulsystem Lehrern nur wenig Freiraum für das Eingehen auf individuelle Interessen und Bedürfnisse der Schüler ein, sondern zielt eher darauf ab, einem mehr oder minder starren Lehrplan zu folgen. Idealisten sind demnach fehl am Platze. Wer sich dennoch engagiert, muss damit rechnen, dass seine Bemühungen nicht anerkannt werden oder sogar auf negative Resonanz stoßen.
Darüber hinaus haben sich die elterlichen Erziehungsmaßnahmen und damit die intellektuellen und sozialen Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen verändert. In vielen Fällen sind Eltern alleinerziehend und berufstätig, sodass die Erziehungsarbeit an die Schule übergeht. Die Zeiten sind deutlich härter geworden, was die pädagogische Auseinandersetzung betrifft.
Dennoch sind trotz schlechter Arbeitsbedingungen und Stress in der Schule nicht alle Lehrerinnen und Lehrer vom Burnout bedroht. Laut aktuellen Erhebungen macht fast einem Drittel aller Lehrer der Beruf auch nach mehreren Jahren noch Spaß. Knackpunkt ist demnach vor allem der persönlich Umgang mit den Belastungsfaktoren. Auch bei Lehrern ist das Burnout-Syndrom ein Phänomen, das mit den spezifischen Reaktionsmechanismen gekoppelt.