Definition Burnout-Syndrom

Mit „Burnout-Syndrom“ wird ein Zustand bezeichnet, bei dem die Patientin, der Patient durch einen andauernden beruflichen und/oder privaten Stress derart belastet ist, dass sich ein Zustand physischer (körperlicher) und emotionaler Erschöpfung mit einer deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit einstellt.

ICD10-Code: Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung

Achtung: Ab 2022 ist der ICD-11 gültig und beschreibt „Burnout“ wie folgt:

„Burnout ist ein Syndrom (eine Gruppe von Symptomen) als Folge von chronisch, arbeitsplatzbezogenem Stress, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Charakterisiert durch drei Dimensionen:

  1. Gefühle von Energieverlust oder Erschöpfung
  2. Erhöhte mentale Distanz zum Beruf oder berufsbezogene Gefühle von Negativismus oder Zynismus
  3. Reduzierte berufliche Leistungsfähigkeit

Burnout bezieht sich spezifisch auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen herangezogen werden.“

Die WHO beschreibt Burnout als ein Phänomen mit einem klarem beruflichen Bezug. Es gibt einige Punkte, die nach wie vor in Fachkreisen für Diskussion sorgen.

Weitere Definition Burnout-Syndrom – Was ist ein Burnout?

Es gibt mehrere „Definitionen“:

Definition Burn-Out laut Emener

„… Zustand physischer oder seelische Erschöpfung, der als Auswirkung lang anhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln (Quelle: Ebener et. al. (1972) in Fengler (1998) S. 92)

Pines, Aronson und Kafry ergänzen diese Ausführung und benennen:

„das Ausbrennen ist das Resultat andauernder oder wiederholter emotionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, intensivem Einsatz für andere Menschen (…) Das Ausbrennen ist die schmerzliche Erkenntnis (von Helfer*innen), dass sie diesen Menschen nicht mehr helfen können, dass sie nicht mehr zu geben haben und sich völlige verausgabt haben“ (Quelle: Pines et. al, 1993, S.25)

Pines et. al. definiert Burnout als eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, verursacht durch emotionalen Stress.

Maslach & Jackson definieren burnout ähnlich:

„….als ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierter persönlicher Leistungsfähigkeit, das bei Individuen, die in irgendeiner Weise mit Menschen arbeiten, auftreten kann“ (Quelle: Maslach & Jackson (1984) S. 134 in Enzian & Kleiber (1989) S. 32).

Sie sehen Burnout verursacht durch stresshafte Interaktionen und unterscheiden in ihrem Erklärungskonzept 3 Dimensionen des Burnout:

„Emotionale Erschöpfung bezieht sich auf Gefühle, durch seinen Kontakt mit anderenMenschen emotional überanstrengt und ausgelaugt zu sein.“

Depersonalisierung bezieht sich auf eine gefühllose und abgestumpfte Reaktion auf diese Leute, die gewöhnlich die Empfänger seiner Dienste oder Fürsorge sind.

Reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit bezieht sich auf die Abnahme seines Gefühls an Kompetenz und erfolgreicher Aufführung in seiner Arbeit mit Menschen“ (Quelle: Maslach & Jackson (1984) S. 134 in Enzian & Kleiber (1989) S. 32).

Edelwich & Brodsky verwenden den Begriff Burnout:

„einen zunehmenenden Verlust von Idealismus und Energie zu beschreiben, den die in den helfenden Berufen Beschäftigen als Folge der Arbeitsbedingungen erfahren“ (Quelle: Edelwich & Brodsky, 1984, S12).

Edelwich & Brodsky sehen den Verlust an Energie und Engagement als Folge einer Desillusionierung, nach einem Prozess der stufenweise Enttäuschung.

Freudenberger betrachtet Burnout als einen Zustand der Erschöpfung und Frustration, verursacht durch unrealistische Erwartungen. Er definiert Burnout wie folgt:

„… ein Energieverschleiß, eine Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen – auch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft – kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustnad, der begleitet ist von übermäßigem Stress, und der schließlich persönliche Motiationenen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt“ (Quelle: Freudenberger, 1994, S.27)

Burisch beschreibt Burnout:

als einen Zustand „innerer Erschöpfung“ welcher in jedem Beruf auftreten kann. Er versucht die verschiedenen Ansätze auf einer allgemeinen Ebene zu integrieren und sieht Burnout in Gang gesetzt durch Automieeinbußen in gestörten Auseinandersetzungen des Individuums mit seiner Umwelt, genauer: auch die innere Repräsentationen sicher Interaktionen als gestörter und das Scheitern bei ihrer Bewältigung (Quelle: Bursch, 1994, S. 117)

Müller definiert Burnout aktuell wie folgt:

Im Falle einer Burnout-Krise nimmt die psychische Belastbarkeit bereit sim mittleren Beraufalter ab. Menschlich Überforderung und Enttäuschungen führen zu emotionaler Erschöpfung und Resignation. Der psychische Verlauf kann bis zur Entfremdung von sich selbst und zu völligem Rückzug von anderen Menschen führen und in Depressionen und körperlichen Erkrankungen münden“ (Quelle: Müller, 2004, S. 18)

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