Burn-out-Risiko durch schlechte Stimmung am Arbeitsplatz?

Burnout ist ein Zustand geistiger und körperlicher Erschöpfung und geht mit dem Gefühl der Überforderung und einer reduzierten Leistungsfähigkeit einher. Seit 2004 sind die Krankschreibungen aufgrund eines Burnouts um fast 700 Prozent gestiegen. Die Anzahl der betrieblichen Fehltage stieg einer Auswertung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) sogar um 1400 Prozent. Welche Faktoren genau zur Entstehung eines Burn-Out-Syndroms beitragen ist bisher ungeklärt. Eine wichtige Rolle scheint jedoch der Berufsalltag und das Arbeitsklima zu spielen.

Burn-out durch Überforderung am Arbeitsplatz

Arbeitsplatz

Schlechte Stimmung am Arbeitsplatz? – Fotolia © K.- P. Adler

Die heutige Arbeitswelt und viele Arbeitgeber fordern von ihren Mitarbeitern immer mehr. Multitasking ist ein Phänomen, das in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt ist. Die Mitarbeiter sollen möglichst ihren Aufgaben nachgehen, nebenher das E-Mail-Postfach kontrollieren und Anrufe entgegen nehmen. Auf lange Sicht kann das so nicht gut gehen, da sich der Mensch naturgemäß immer nur auf eine Sache zu einem Zeitpunkt vollständig konzentrieren kann.

Auch durch die sozialen Netzwerke und den Gebrauch von Smartphones werden Arbeitnehmer immer mehr gefordert. Beruf- und Privatleben werden immer mehr vermischt, ständige Erreichbarkeit ist für viele Arbeitgeber und Arbeitskollegen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.


Burnout als Folge schlechter Führung

Doch nicht nur Überforderung kann zum Burn-Out führen. Neben wachsender Arbeitsverdichtung und Termindruck geben viele Mitarbeiter eine mangelnde Anerkennung durch den Vorgesetzten als einen Faktor an, der ihrer Meinung nach die Entstehung des Burnout-Syndroms begünstigt. Die fehlende menschliche Anerkennung hat für die Beschäftigten sogar gravierendere Auswirkungen als eine fehlende fachliche Anerkennung.

Burn-Out kann sich auf die Arbeitskollegen übertragen

Arbeitnehmer, die unter dem Burn-Out-Syndrom leiden, gefährden das Arbeitsklima und sorgen für schlechte Stimmung unter den Kollegen. Sie haben keinen Spaß mehr an der Arbeit und machen anderen mit ihren negativen Haltungen und Gefühlen das Leben schwer. Praktisch bedeutet dies, dass die erkrankten Arbeitnehmer ihre Kollegen mit runterziehen und ihnen den Spaß an der Arbeit nehmen. Wer einen Kollegen mit Burn-Out-Syndrom in seinem Team hat, hat somit ein erhöhtes Risiko selbst am Burn-Out-Syndrom zu erkranken.

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