Achtsamkeitsübungen gegen Burnout

Egal ob Burnout, Depressionen, chronische Schmerzen oder Angsterkrankungen: Oftmals vermischen sich die Beschwerden und verstärken einander – mit der Folge, dass  es den Betroffenen immer schlechter geht. Ein Teufelskreis, aus dem die Patienten ohne Hilfe nur schwer wieder entkommen.

Im Rahmen der ganzheitlichen Behandlung psychischer und psychosomatischer Leiden können Achtsamkeitsübungen eine wichtige Rolle einnehmen. Sie sollen den Patienten dabei helfen, ihre Belastungen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, sich nicht-wertend damit auseinanderzusetzen und die Akzeptanz zu fördern: „So bin ich, auch wenn ich mich gerade schwach, krank und nicht gesellschaftsfähig fühle!“ Dies kann dazu führen, dass Belastungen einen neuen, weniger wichtigen Stellenwert einnehmen und vermeidende und kontrollierende Verhaltensweisen gelindert werden.

Mit Akzeptanz ist dabei keineswegs Resignation gemeint oder die Übernahme von Schuld oder alleiniger Verantwortung für eine bestimmte Situation. Achtsamkeit üben bedeutet, Entwicklungen gegenüber offen zu werden, mit Illusionen abzuschließen und Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen mit innerem Abstand und ohne Beurteilung zu betrachten. So kann es gelingen, sich weniger in fatale Gedankenmuster, Grübeleien und innere Stressprogramme zu verlieren. Wichtig dabei ist, wie die Bezeichnung schon nahelegt, das Üben. Eine Veränderung des Blickwinkels kann sich nicht von heute auf morgen vollziehen.

Vor allem bei Burnout-Patienten können Achtsamkeitsübungen den Blick auf Positives und Schönes lenken und die starke Fokussierung auf Beruf und die Leistung lösen. In der Therapie sind Achtsamkeitsübungen allerdings nur ein Aspekt. Um aus der Krise des Burnout herauszukommen, bedarf es auch dringender Veränderungen im Arbeitsleben – und darüber hinaus gesellschafts- und sozialpolitischer Antworten.

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