Resilienz – Schutzfaktor gegen Burn-Out

Manche Menschen meistern tagtäglich vielfältige Herausforderungen und präsentieren sich dabei stets erstaunlich leistungsfähig: So gibt es beispielsweise Mütter, die jahrelang einen Fulltime-Job, die Erziehung ihrer Kinder und ehrenamtliches Engagement scheinbar mühelos unter einen Hut bringen. Andere Menschen scheitern schon nach kurzer Zeit, weil sie sich den Anforderungen im Job oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gewachsen fühlen. Woran liegt es, dass sich der eine von Krisen oder schwierigen Lebensumständen leicht in die Knie zwingen lässt und der andere selbst Mehrfachbelastungen wegsteckt, ohne Schaden zu nehmen?

Vulnerabilität versus Resilienz

Resilienz

Urheber: Dmitry

Menschen, die sich durch starke Vulnerabilität – eine hohe persönliche Verletzlichkeit – auszeichnen, neigen bei Stress oder in belastenden Lebenssituationen deutlich stärker zu psychischen oder psychosomatischen Störungen. Sie tappen besonders leicht in die Burnout-Falle. Weil es sich bei Burn-Out nicht um eine plötzliche Erkrankung, sondern um einen schleichenden Prozess handelt, bemerken viele Betroffene ihren Erschöpfungszustand erst sehr spät. Die Symptomatik von Burn-Out hat viele Gesichter: Unter anderem fühlen sich die Patienten antriebsschwach und reagieren sehr reizbar und emotionsarm. Körperlich macht sich eine Burnout-Erkrankung durch Verspannungen, Bluthochdruck oder Verdauungsstörungen bemerkbar. Auch Schlafstörungen und ein geschwächtes Immunsystem zählen zu den Anzeichen.

 

Dass nicht alle Menschen in schwierigen Belastungssituationen an Burn-Out erkranken, liegt an deren Fähigkeit zur Resilienz. Wer ausreichend innere Widerstandskraft besitzt, kann Krisen als Chancen begreifen und mit einer gehörigen Portion Gelassenheit selbst in kritischen Lebensphasen den Blick auf das Positive richten.

Innere Widerstandskraft als Schutzschild

Ob jemand über Resilienz-Fähigkeit verfügt, hängt von mehreren Faktoren ab: Neben den Genen und Umwelteinflüssen hängt innere Widerstandsfähigkeit von der Persönlichkeit ab. Resiliente Menschen zeichnen sich durch eine positive Selbstwahrnehmung, ausgeprägte Problemlösefähigkeit und Optimismus aus. Ihnen fällt es leichter, schwierige Situationen zu akzeptieren und als Herausforderung zu betrachten. Die Grundlage für Resilienz wird nach Meinung von Experten in der frühesten Kindheit gelegt: Wer als Baby intensive Zuwendung erfahren hat, ist insgesamt selbstbewusster. Statt Hilflosigkeit steht die Erkenntnis, dass sich die Welt aktiv gestalten lässt, im Vordergrund. Innere Widerstandsfähigkeit lässt sich aber auch noch im Erwachsenenalter trainieren: Förderlich sind unter anderem ein positives soziales Umfeld und bewusste Erholungsphasen im Alltag. Wer sich regelmäßig realistische Ziele setzt, erlebt immer wieder kleine Erfolge und kann durch das wachsende Gefühl der Selbstwirksamkeit Schritt für Schritt die Opferrolle verlassen. Ebenso lohnt es sich, seine Selbstwahrnehmung zu überdenken und fest verankerte Glaubenssätze zu überprüfen: An die Stelle von „Ich muss das schaffen” könnte „Ich glaube an mich” treten.

5 (100%) 1 vote

2 Gedanken zu “Resilienz – Schutzfaktor gegen Burn-Out

  1. Danke für diesen Beitrag! Gut geschrieben! Was mich wundert ist auch das scheinbar manche Menschen in meinem Umfeld Krisen und Probleme gut bewältigen und andere können das gar nicht. Welche Rolle da wohl die Erziehung oder bereits Erfahrungen über die Mutter während der Schwangerschaft spielen? Die Frage die ich mir an dieser Stelle frage ist, was kann ein weniger resistenter Mensch konkret tun um insgesamt resistenter zu werden? Danke und Grosse, Hanspeter S.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.