Warum Burnout-Prävention am Arbeitsplatz ansetzen muss

Seit 1995 hat die Zahl der Zuerkennung von Invaliditätspersonen jährlich zugenommen, ließ die Österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin bei einer Pressekonferenz am Donnerstag zu Beginn ihrer dreitägigen Jahrestagung in Graz verlauten. Vor 17 Jahren waren es noch rund 3.500 bewilligte Anträge, 2011 verzeichnete man bereits rund 10.000 Pensionierungen aufgrund psychischer Erkrankungen. Meist handelte es sich dabei um Burnout und die daraus resultierende Erschöpfungsdepression. Die psychische Belastung war bei 29 Prozent aller frühpensionierten weiblichen Angestellten und 18 Prozent aller männlichen Frührentner der ausschlaggebende Grund, den Beruf an den Nagel zu hängen.

Arbeitsmediziner in Betrieben müssen deshalb stärker auf die Prävention von Burnout und anderen psychischen Leiden geschult werden. Das sollte für jedes Unternehmen nicht nur eine lästige Pflichtübung sein. Aufgrund der vermehrten Ausfälle von Mitarbeitern durch seelische Beeinträchtigungen kommt Prävention auch eine wichtige Rolle in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu. Ein weiterer Fokus liegt auf der Wiedereingliederung der Arbeitnehmer in die Firma im Anschluss an die Rekonvaleszenz.

Psychische Betreuung für Mitarbeiter allein reicht dabei nicht aus – denn an den Arbeitsbedingungen muss sich etwas ändern. Im Alltag kann schon die Veränderung von ganz einfachen Dingen wie die Einrichtung ergonomischer Arbeitsplätze oder der Einsatz sinnvoller Werkzeuge und moderner Computerprogramme viel Gutes bewirken. Auf diese Weise entstehen beim Arbeiten keine zusätzlichen Belastungen. Letztlich geht es darum, dass Menschen bis ins hohe Alter im Beruf bleiben und mit ihrem Knowhow und ihrer Erfahrung zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können.

Jetzt bewerten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.