Krankschreibung: Was Burnout-Patienten wissen sollten

Der Kopf sagt „Ja“, der Körper „Nein“ – spätestens, wenn die emotionale Leere von körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Übelkeit und Verdauungsproblemen begleitet wird, lässt sich die Diagnose Burn-Out nicht mehr verschweigen. Der erste Schritt zur Genesung: Die Krankschreibung. Doch wie lange darf der berufliche Rückzug überhaupt dauern und was gilt es dabei zu beachten?

Krankschreibung – krank ist krank

Krankschreibung

Burnout – Krankschreibung – Fotolia © Light Impression

Ob Erkältung, Knochenbruch oder kranke Seele – sobald der Arbeitnehmer seinen beruflichen Pflichten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen kann, ist eine Krankschreibung erforderlich. Zwischen psychischem und körperlichem Leiden darf hierbei nicht unterschieden werden. So steht auch Burnout-Patienten eine vorübergehende berufliche Auszeit zu. Da die seelische Erkrankung aber häufig mit überdurchschnittlich langen Fehlzeiten verbunden ist, sollte sie bei der Krankschreibung zunächst nicht erwähnt werden. Schließlich könnte die Information in einem Kündigungsschutzprozess gegen den Arbeitnehmer verwendet werden.

Finanzielle Absicherung bei Langzeiterkrankungen




Sollte es sich um eine Langzeiterkrankung von bis zu anderthalb Jahren handeln, sind finanzielle Sorgen unbegründet. Schließlich ist der Arbeitnehmer durch das Krankengeld und die Lohnfortzahlung weiterhin finanziell abgesichert. Innerhalb der ersten sechs Wochen ist der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung sowie zur Aushändigung der Sozialversicherungsbeiträge verpflichtet. Alle weiteren Kosten trägt die Krankenkasse. Grundsätzlich sollte sich der Arbeitnehmer aber nicht ausschließlich an der Anderthalb-Jahre-Regel orientieren. Im Fokus muss stets die psychische Gesundheit stehen, für die es alle nötigen medizinischen Mittel auszuschöpfen gilt. Die berufliche Rückkehr soll nur dann angetreten werden, wenn die psychische Stabilität wiederhergestellt werden konnte.

Verbesserter Rechtsschutz bei Burn-Out

Ständiger Leistungsdruck, ein schlechtes Arbeitsklima und private Rückschläge haben die Zahl der Burn-Out-Erkrankungen erheblich ansteigen lassen. Reagiert wurde auf diese Tendenz mit der Erneuerung der Paragraphen 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), die der psychischen Gesundheit einen höheren Stellenwert einräumen.

Tipp der Redaktion: Haben Sie Fragen zum Thema Burnout? Unsere Experten sitzen direkt vor Ort und stehen Ihnen diesbezüglich gerne zur Seite. Schreiben Sie uns!

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2 Gedanken zu “Krankschreibung: Was Burnout-Patienten wissen sollten

  1. Ich habe heute auf der Arbeit Burnouts und hatte sie auch schon damals in der Schule. Ich habe immer versucht alles zu geben. Das liegt an meiner „competetive nature“ (Wettbewerbsnatur, grob übersetzt). Es hat mich wirklich psychisch fertig gemacht. Ich habe mir Urlaub genommen und bin auf der Suche nach Hilfe um meinen Burnout überwinden zu können.

  2. Ich bin völlig fertig, schlafe schlecht, würde gerne walken gehen aber vor lauter Müdigkeit liege ich zu Hause nur mehr auf der Bank. Ich bin vom Job und allem drum herum so ausgebrannt das ich, wenn ich alleine bin nur mehr heule. Trotz alle dem fürchte ich mich vor einem Krankenstand der bei uns wenn die Diagnose bekannt wird zu 100 Prozent zur Kündigung führt. Depressiv bin ich nicht denn meine Familie, mein Mann meine Kinder und Enkelkinder fangen auf mit positiver Energie was ich die ganze Woche negativ auf staut. Job Wechsel dringend doch was in Wien. Verkauf mir den Arbeitszeiten? Ausserdem bin ich 51 da bekommst nix mehr. So werde ich weiter machen so.lange ich kann. Aber ich verstehe alle denen es genau so geht. Lg

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