Burn-Out im Studium

Prüfungsstress, Leistungsdruck und Nebenjobs. Viele Studenten empfinden ihr Bachelor- oder Masterstudium als extrem stressig. In erster Linie die besonders Leitungsstarken und die Ehrgeizigen können dabei auf der Strecke bleiben. Ihnen droht das, was die Öffentlichkeit oft so ganz und gar nicht mit dem angeblich lockeren Studentenleben in Verbindung bringt: Ein Burn-Out.

Ausgebrannt, bevor das Berufsleben beginnt
Das Burn-Out-Syndrom ist schon lange keine Managerkrankheit mehr. In unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Zeit kann dieser Zustand der vollständigen körperlichen und seelischen Erschöpfung schon Schüler und Studenten betreffen, obwohl diese eigentlich den wenigsten Druck von außen erleben sollten.




Besonders diejenigen Studenten, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sind gefährdet. Sie versuchen, alle Module des Studiengangs in der vorgeschriebenen Zeit zu absolvieren, gehen nebenbei jobben und planen in den Semesterferien regelmäßig Praktika, um optimal auf den Berufseinstieg vorbereitet zu sein. Die Angst, nicht zu den Besten des Jahrgangs zu gehören, begleitet viele Studenten vom ersten Tag an der Universität. Bereits in der Schule wurde ihnen eingetrichtert, nur mit sehr guten Leistungen, Auslands- und Berufserfahrung eine Chance auf dem globalisierten Arbeitsmarkt zu haben.

Stressfaktor Bachelor- und Master-System
Dass sich viele Studenten massiv unter Druck gesetzt fühlen, ist zum Teil auch auf die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zurückzuführen. Der Studienplan sieht heute mehr Leistung in kürzerer Zeit vor und nahezu alle Studienleistungen fließen über die sogenannten Credit Points in die Abschlussnote ein. Die Studenten empfinden darüber hinaus die Zeitvorgaben von beispielsweise sechs Semestern für ein Bachelor-Studium als unumstößlich verpflichtende Vorgaben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die psychologischen Beratungsstellen an den Universitäten seit Einführung des neuen Modells eine deutliche Zunahme der Zahl der  hilfesuchenden Studenten erlebt haben.

Symptome und Auswege
Zu den ersten Anzeichen einer anhaltenden übermäßigen Stressbelastung bei Studenten zählen Lern- und Konzentrationsprobleme, Prüfungsangst, Schlafstörungen und körperliche Symptome, wie etwa Kopf-, und Magenschmerzen oder Herzrasen. Viele der Betroffenen ziehen sich von ihrem sozialen Umfeld zurück und versagen sich die dringend nötige Freizeit und Entspannung. Um aus diesem Hamsterrad wieder herauszukommen, ist in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung meist professionelle Hilfe vonnöten. Der Hausarzt oder die psychologischen Beratungseinrichtungen von Universitäten und Studentenwerken bieten hier eine erste Anlaufstelle.

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