Bayrische Unternehmen machen mobil: Zusammenhang zwischen Burnout und Job oft zu einseitig

Eine Studie der Betriebskrankenkassen zeigt, dass Arbeitslose auf mehr Krankheitstage wegen psychischer Probleme kommen als Arbeitnehmer. Daraus könnte man schlussfolgern, dass Arbeit gesund hält. So einfach wollen es sich bayrische Unternehmen, die sich derzeit gegen einen zu direkten Kausalzusammenhang zwischen Burnout und Job wehren, jedoch nicht machen.

Dennoch ist es nicht erwiesen, dass immer der Job schuld ist, wenn Arbeitnehmer ein Burnout entwickeln. Deshalb will die Bayme VBM nun ein weltweit einzigartiges Projekt ins Leben rufen: Ein 1,7 Millionen Euro teueres Aktionsprogramm inklusive einer Studie des Max-Plack-Instituts, die das Verhältnis zwischen psychischen Erkrankungen und Belastungen im Job genau erforschen soll.

In der Tat verhält es sich so, dass im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements der Fokus vorwiegend auf körperlicher Gesundheit liegt. Die Seele kommt dabei oftmals zu kurz, obwohl es in der modernen Dienstleistungsgesellschaft eher psychischen denn körperlichen Stress gibt. Die meisten psychisch erkrankten Arbeitnehmer fallen erst dann auf, wenn sie schon nicht mehr arbeitsfähig sind. Mit dieser Situation sind viele Arbeitgeber dann überfordert.

Die Metall- und Elektroarbeitgeber haben das Projekt „gesund(me)“ ins Leben gerufen und wollen dabei verstärkt auch im Umgang mit den seelischen Erkrankungen helfen. Für Führungskräfte und Betriebsärzte werden ab Herbst Workshops und entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Darüber hinaus haben die Arbeitgeberverbände zwei Psychologen eingestellt, die ab September eine Hotline besetzen und Mitarbeiter und Führungskräfte Ersthilfe anbieten. Für weiterführende Maßnahmen sind diese beiden Psychologen mit einem externen Netzwerk verbunden, das die Betroffenen an die jeweils richtigen Ansprechpartner vermittelt.

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