Burnout bei Ärzten und im medizinischen Beruf

Die Zahlen sind erschreckend: Rund 25% aller niedergelassenen Ärzte und 20 % aller Krankenhausärzte leiden unter dem Burnout-Syndrom. Das Phänomen tritt dabei in den unterschiedlichsten Ausprägungen auf. Darüber hinaus sind ebenso viele Krankenschwestern und -pfleger seelisch ausgebrannt. Kurzum: Burnout ist zu einem Flächenbrand auch im Gesundheitswesen geworden.

Wer wie Ärzte den ganzen Tag unter Feuer steht, merkt gerade in der Anfangsphase nicht, was eigentlich mit Körper und Seele geschieht. Der Zustand ist noch stabil. Ärzte sind darauf trainiert, sich um andere zu sorgen und die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Der Erwartungsdruck ist von allen Seiten hoch, der Arzt gilt heutzutage als Dienstleister. Zugleich ist jeder Mediziner relativ feststehenden Bestimmungen des Gesundheitssystems verpflichtet. Zwischen dem, wie er sich gerne als Arzt den Patienten widmen würde und dem, was an Zeit und Budget für Kranke vorgesehen ist, klafft nicht selten ein tiefer Spalt.

Häufig beginnt das Burnout mit der Unzufriedenheit über eine oder mehrere konkrete Situationen, die dann als Stress empfunden werden. Dieser Stress kann sich über einen gewissen Zeitraum hinweg zu Frustration und zum Gefühl von Fremdbestimmtheit und Ausgeliefertsein steigern. Während Krankenhausärzte häufig den Zeitdruck, mangelhafte Organisation und den personellen Notstand in den Kliniken zu spüren bekommen, sind niedergelassene Ärzte bisweilen mit Praxismanagement und Unternehmensplanung überfordert.

Allerdings sind die Anfangsphase und das rechtzeitige Bemerken des Burnouts ganz entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Doch Ärzte in ihrer Funktion als Behandelnde haben oftmals Probleme damit, sich einzugestehen, dass sie selbst  zum Patienten werden. Daher ist die Aufklärung über das Burnout-Syndrom im Arztberuf von entscheidender Wichtigkeit.

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