Burnout im Job: Viele Ursachen, die individuelle Lösungen erfordern

Warum Arbeitnehmer am Burnout-Syndrom erkranken, kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Wissenschaftler haben noch längst nicht alle Auslöser und Verlaufsformen erforscht. Oftmals beginnen seelische Leiden mit großen Erwartungen hinsichtlich des Gehalts oder der Aufstiegsmöglichkeiten. Arbeitnehmer gehen in ihren Anstrengungen bis über ihre Grenzen hinaus und hoffen auf entsprechende Honorierung. Treten diese – oftmals leider unrealistischen – Belohnungserwartungen nicht ein, kommt es zur inneren Krise.

Andere Ansätze halten die in der modernen Arbeitswelt veränderten Rahmenbedingungen für ausschlaggebend. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) leiden Arbeitnehmer zunehmend unter Zeit- und Leistungsdruck. Ein weiterer Aspekt ist der ständige Umgang mit schwierigen Menschen. Hinzu kommen können Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten.

Der Arbeitsalltag mit Burnout-Syndrom ist nicht einfach. Es fällt den Patienten schwer, Entscheidungen zu fällen. Häufig ziehen sie sich aus dem Team zurück, ihr Verhalten gegenüber Kunden verschlechtert sich, die Leistung sinkt rapide ab.

Leider begegnen Kollegen und Chefs psychischen Leiden noch immer mit vielen Vorurteilen. Andere wollen gerne helfen, sind aber mit der Situation überfordert. Viele Vorgesetzte entziehen den Betroffenen wichtige Projekte, diskreditieren sie im Kreis der Mitarbeiter und denken nicht selten über eine Kündigung beziehungsweise Frühpensionierung nach. Laut Studien aus Finnland erhalten 20 Prozent aller Patienten mit depressiven Episoden (major depressive disorders) innerhalb von fünf Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente.

Ein anderer Ausweg wäre hilfreicher. So sollte im ersten Schritt eine psychotherapeutische Behandlung begonnen werden – und zwar so früh wie möglich. Wenn nötig, muss auch an eine medikamentöse Behandlung gedacht werden. Nach sechs bis acht Wochen kann an eine stufenweise berufliche Wiedereingliederung gedacht werden – je nach Genesungsfortschritt. Ziel ist, die Arbeitsstunden pro Tag langsam wieder zu steigern. Das bedeutet für gesetzlich Versicherte keinerlei finanziellen Einbußen, da sie während dieser Phase noch immer Krankengeld erhalten.

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