Burnout: Risikofaktoren bei Selbstständigen

Sein eigener Herr sein und Geld verdienen mit dem, was man wirklich gerne tut und gut kann: Das sind häufige Motive für das Wagnis Selbstständigkeit. In vielen Fällen geht der Plan zunächst auf – jedoch verlangt die Selbstständigkeit vielen Unternehmern alles ab.

Selbstständigkeit bedeutet tatsächlich „selbst und ständig“ zu arbeiten. Es gibt keine Vorgesetzten, die den Kurs vorgeben, es gibt keine Kollegen, die im Krankheitsfall oder im Urlaub einspringen und es gibt vor allem kein festes monatliches Gehalt. Das alles stellt eine gewisse Unsicherheit dar, die tausendprozentigen Einsatz verlangt. Laut Umfrageergebnissen arbeiten Selbstständige zwischen 52 und 63 Stunden pro Woche. Sie gönnen sich kaum Pausen und verlernen so leicht, sich zu entspannen und erholen.

Ein weiterer Risiko-Faktor für ein Burnout kommt hinzu, wenn der Erfolg trotz hohen Engagements ausbleibt oder der Output dauerhaft weit unter dem Input bleibt. Johannes Siegrist spricht in diesem Fall von Effort-Reward Imbalance (ERI). Die Enttäuschung kann zunächst zu noch mehr Eifer, später dann schleichend zu Resignation führen.

Besonders Burnout-gefährdet sind dabei all diejenigen, die sehr ehrgeizig sind und ihren Selbstwert aus beruflichem Erfolg ziehen. Das ist immer häufiger der Fall, da in der modernen Gesellschaft die Familie als Wert in den Hintergrund tritt. Immer mehr Menschen bleiben Singles. Wenn es dann auch im Beruf nicht klappt, gibt es nichts, was den Fall auffangen könnte.

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