Ebenfalls burnoutgefährdet: die Polizei, dein Freund und Helfer

Eine Studie der Hochschule Magdeburg-Stendal, die das Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben hatte, zeigt: Bundespolizisten sind stark burnoutgefährdet. Jeder Vierte trägt ein erhöhtes Risiko für seelisches Ausbrennen.

Auch Polizisten sind oft von Burnout betroffen

Die Wissenschaftler hatten im Rahmen der Studie mehr als 2.000 Bundes- und Landespolizisten befragt, außerdem Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk. Besonders besorgniserregend waren die Ergebnisse bei den Bundespolizisten. Hier stellte sich heraus, dass sich die meisten Polizisten nur sehr wenig mit ihrer Truppe identifizieren konnten. Darüber hinaus fühlten sich zwei Drittel der befragten Beamten kaum mit den Werten und Zielen der Behörde verbunden. Die miese Stimmung ist ganz offensichtlich demotivierend: 42 Prozent sind laut Studie nur „gering engagiert“.



Als besonders belastend empfinden die Polizisten vermehrte Wochenend- und Sondereinsätze. Zudem wird – ähnlich wie auch in zahlreichen anderen Berufen – beklagt, dass immer weniger Personal mit immer mehr und immer komplexer werdenden Aufgaben konfrontiert wird. Das geht zu Lasten der Sicherheit: In der Theorie darf ein Polizist nicht darüber entscheiden, welche Straftaten er verfolgt und welche nicht. In der Praxis jedoch haben viele gar keine andere Chance, als auf Streife bei vermeintlich harmloseren Sachverhalten wegzusehen und weiterzufahren. Zeit zu haben, nachzufragen, aufzuklären und Straftäter aufzuspüren, das ist für die meisten schon wahrer Luxus. Manchmal fehlt es auch an der technischen Ausstattung, beispielweise wenn gerade kein Fahrzeug zur Verfügung steht, um sich zeitnah und sachgerecht um einen Fall kümmern zu können.

Die hohe Belastung führt dazu, dass sich Polizisten immer häufiger wegen psychischer und psychosomatischer Leiden krank melden. Für die Kollegen ein Desaster: Sie müssen nun auch noch den Job der erkrankten Mitarbeiter übernehmen. Insbesondere jüngere Beamte trauen sich allerdings nicht, zum Arzt zu gehen. Sie schleppen sich durch, bis gar nichts mehr geht. Manche Kollegen haben sogar inzwischen Angst, dass sie wegen Strafvereitelung im Amt belangt werden, weil sie mit dem Abarbeiten nicht nachkommen.

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