IT-Experten im Burnout

IT-Experten sind wahre Troubleshooter. Allerdings haben sie mindestens ebenso viel Leistungsdruck wie Beschäftigte in anderen Berufen und sollen in kurzer Zeit immer mehr leisten. Insbesondere in Zeiten der Digitalisierung. Fakt ist, dass IT-Führungskräfte viermal so häufig wie jene in anderen Branchen an Burnout erkranken.

IT-Experten im BurnoutEine Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen zeigte kürzlich, dass 57 Prozent der Berufsanfänger und jungen Projekt-Manager in der IT-Branche gefährdet sind, ein Burnout zu entwickeln. Seit etwa drei bis vier Jahren hat sich Anzahl an Krankschreibungen aufgrund psychischer, vor allem depressionsähnlicher Symptome und Burnout vervielfacht. Die genaueren Ursachen dafür sind allerdings noch nicht ganz geklärt. Eine Vermutung ist, dass die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen inzwischen Früchte trägt und sich auf diese Weise mehr Betroffene zu ihrem Problem bekennen. Dies ist ein sehr positiver Trend, so Experten: Mehr Menschen wagen sich wegen psychischer Leiden zum Arzt und können somit rechtzeitig behandelt werden.



Doch dies allein ist nicht der Grund für die steigenden Krankheitsfälle in der IT-Branche. Dank der zunehmenden Technologisierung der Berufswelt hat die Arbeitsbelastung im IT-Bereich stark zugenommen. Vor allem IT-Fachkräfte müssen immer mehr Projekte in immer kürzerer Zeit mit immer weniger Ressourcen erledigen. Auch flexible Arbeitszeiten und Dienst am Wochenende schröpfen die nervlichen Ressourcen – insbesondere die von Selbstständigen und Chefs. Experten nennen dies „Dynaxität“ – eine Mischung aus Dynamik und Komplexität, die stetig zunimmt. Insbesondere ehrgeizige, weniger selbstbewusste Menschen wissen irgendwann nicht mehr, wenn es genug ist und geraten auf diese Weise in den Teufelskreis der Selbstausbeutung.

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