Stress und Burnout schmälern die Arbeitsqualität

Um die Produktivität von Unternehmen zu erhöhen und den Umsatz zu steigern, wird immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt. In vielen Branchen sind unbezahlte Überstunden längst die Regel. Doch inzwischen wird deutlich: Ausgebrannte und gestresste Mitarbeiter erbringen weniger und schlechtere Leistungen als diejenigen, die unter guten Bedingungen arbeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance haben.

Mehr als jeder Vierte schafft es laut einer aktuellen Studie nicht mehr, seine Arbeit so sorgfältig wie gewünscht zu erledigen. In einer Online-Umfrage im Auftrag des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte gaben etwa 30 Prozent der 240 Studienteilnehmer an, wegen seelischer Probleme ihre Tätigkeit zu vernachlässigen. Weitere 40 Prozent merkten an, dass ihre Arbeit so stressig sei, dass sie privaten oder familiären Verpflichtungen kaum mehr nachkommen könnten. Obwohl die vom Forschungsinstitut GfK Mitte Oktober erhobenen Daten nicht repräsentativ sind, werfen sie dennoch ein alarmierendes Schlaglicht auf die deutsche Arbeitswelt.

Die Zunahme psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen Ausfälle der Beschäftigten sind eine große Herausforderung für Unternehmen und Betriebsärzte. Bereits 2010 schieden in Deutschland rund 70.000 Beschäftigte wegen psychischer oder psychosomatischer Erkrankungen vorzeitig aus dem Beruf.

Um diesen Trend aufzuhalten, müssen nachhaltige betriebliche Lösungen geschaffen werden, die Prävention, Früherkennung und Therapie sowie Wiedereingliederung in den Betrieb umfassen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Vorgesetzte im Krankheitsfall für die Arbeitnehmer ansprechbar bleiben. Ärzte raten Angestellten dazu, dabei nicht selbst die Diagnose zu stellen, sondern wenn dann lieber den tatsächlichen ärztlichen Befund weiterzugeben.

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