Viel Stress, wenig Geld: Kindergärtnerinnen am Rande des Burnout

Im Sandkasten spielen, Schatzkarten malen oder mit den süßen Kleinen basteln: Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass der Beruf Kindergärtner oder Erzieher wirklich etwas mit Arbeit zu tun hat. Doch Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sind in jeder Minute gefordert: Nichts darf ihnen entgehen, die Kinder fordern zu jedem Zeitpunkt volle Aufmerksamkeit. Mal einen Tag nicht so gut drauf sein und mit halber Kraft fahren ist da nicht drin.

Dabei ist nicht jedes Kind ein kleiner Sonnenschein. Viele der Kleinen wachsen heutzutage in schwierigen Verhältnissen auf. Der Kindergarten oder die Kita fungiert dabei als Auffangbecken der Probleme – und helfen ist dabei nicht immer einfach: Einige Eltern sperren sich gegen Unterstützung jeglicher Art, fühlen sich bevormundet und meinen, es besser zu wissen.

Die hohe Belastung spiegelt auch eine aktuelle Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von 2008 wider. Ihr zufolge gehen Menschen mit einer frühpädagogischen Ausbildung im Durchschnitt bereits mit 59 Jahren in Rente. Mehr als ein Viertel derjenigen, die bereits im Ruhestand waren, hatte sich dabei aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand versetzen lassen – im Durchschnitt mit 54 Jahren.

Auch die Entlohnung ist nicht gerade fürstlich: Arbeitet der Erzieher in einer Kindertageseinrichtung, so liegt das Nettoeinkommen im Monat 224 Euro unter dem Durchschnitt aller Erwerbstätigen in Deutschland. Eine Kita-Erzieherin, die von ihrem 21. bis zum 59. Lebensjahr ohne Unterbrechung Vollzeit gearbeitet hat und dabei im Schnitt 2.500 Euro brutto verdient hat, erhält laut Berechnung der GEW weniger als 900 Euro Rente. Dabei haben nur noch 30 Prozent überhaupt eine Vollzeitstelle. Insbesondere Berufsanfänger sind dabei armutsgefährdet: Sie verdienen weniger als 786 Euro netto. Vier Prozent der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen arbeiten deshalb gleichzeitig noch in einem anderen Beruf.

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