Depressionen – Erste Anzeichen bei Angehörigen erkennen

Schätzungen der WHO zufolge leiden rund 5 Prozent der österreichischen Bevölkerung an Depressionen. Etwa 17 Prozent der Österreicher erkranken mindestens einmal im Leben an einer behandlungsbedürftigen Depression. Doch was ist, wenn die Erkrankung plötzlich nicht mehr die anderen betrifft, sondern Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Freund oder den Partner? Hier möchten wir Ihnen schildern wie Sie bei Depressionen erste Anzeichen bei Angehörigen erkennen können.

Depressionen: Erste Anzeichen bei Angehörigen erkennen

Depressionen - Erste Anzeichen bei Angehörigen erkennen

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Eine Depression beeinträchtigt den Partner, die Eltern oder Geschwister in allen Bereichen des Lebens. Das Denken, das Handeln, der Körper und die Beziehung zu den Mitmenschen werden von der Erkrankung bestimmt. Je nach Art und Schwere der Depression können die Anzeichen sehr unterschiedlich sein. Auch müssen die Erscheinungen der Erkrankung nicht immer vorhanden sein. So können die Beschwerden da sein und kurze Zeit später wieder für einige Stunden oder sogar Tage verschwinden.

Negative Gedanken und Gefühle

Das auffälligste Merkmal einer Depression sind negative Gedanken. Plötzlich kreisen die Gedanken der Eltern oder Geschwister nur noch negativ gefärbt um die eigene düstere Zukunft. Depressive Menschen leiden häufig unter Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen. Auch betrachten sie ihr Leben häufig als sinnlos. Angehörige sollten hellhörig werden, wenn Bruder, Mutter, Vater oder Schwester plötzlich äußern, dass das Leben keinen Sinn mehr mache. Solche Gedanken und Gefühle sollten sehr ernst genommen werden. In jedem Fall muss eine Suizidabsicht ausgeschlossen werden. Die negativen Gedanken werden von einer tiefen Traurigkeit begleitet. Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Trauer und Resignation sind die vorherrschenden Gefühle bei Depressionen.

Konzentrationsschwierigkeiten und fehlende Entscheidungskraft

Die Betroffenen leiden aber auch unter Konzentrationsstörungen. Vielleicht kann sich der sonst sehr clevere Freund oder Partner plötzlich kaum noch etwas merken. Häufig fällt Angehörigen und Freunden zudem auf, dass der depressive Mensch selbst einfachste Entscheidungen nicht mehr treffen kann. Ist eine Entscheidung getroffen, zweifelt er diese wieder an oder hat große Angst, einen Fehler begangen zu haben.

Körperliche Symptome

Menschen mit Depressionen fühlen sich schwach, erschöpft und nicht leistungsfähig. Sie geraten schnell an ihre körperlichen Grenzen und leiden unter einer chronischen Müdigkeit. Der Freund, mit dem man früher zusammen Sport getrieben hat oder die Nächte durchgetanzt hat, schafft es plötzlich kaum noch von der Couch aufzustehen. Jede Aktivität kostet viel Energie und Kraft. Selbst das Nichtstun empfinden einige depressive Menschen als anstrengend. Zeitgleich verspüren die Erkrankten aber auch eine innere Anspannung und Rastlosigkeit. Diese Mischung aus Kraftlosigkeit und innerer Unruhe wird als sehr quälend empfunden.



Zu diesen Beschwerden gesellen sich verschiedene andere Krankheitssymptome. Dazu gehören unter anderem Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Magenschmerzen.

Gestörter Schlaf und Sexualprobleme

In einer Partnerschaft ist insbesondere der Verlust der Libido für beide Partner sehr schwierig. Die Lust auf Sex geht den Betroffenen häufig schon zu Beginn der depressiven Erkrankung verloren. Zeitgleich kommt es oft zusätzlich zu sexuellen Funktionsstörungen mit Erektionsproblemen. Menschen mit Depressionen haben häufig Einschlafprobleme und können nicht durchschlafen. Dieser Zustand verschlechtert natürlich auf Dauer Symptome wie Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Lustlosigkeit.

Angehörige und Freunde mit Depressionen – was tun?

Bei Verdacht auf eine depressive Erkrankung sollte so schnell wie möglich ein Arzt oder ein Psychotherapeut aufgesucht werden. Häufig haben die Erkrankten nicht die Kraft sich an eine Therapeutin oder Therapeuten zu wenden, sodass die Angehörigen die Initiative ergreifen und einen Termin vereinbaren sollten. Gleichzeitig sollte man aber auch zurückhaltend mit gut gemeinten Ratschlägen sein. Diese können die Situation verschlimmern und rufen bei den Betroffenen zudem Schuldgefühle hervor.

Depression – Erste Anlaufstellen

Rettung: Tel: 144

Ö3-Kummernummer: Tel: 116 123 (täglich zwischen 16 und 24 Uhr, kostenlos)

Telefonseelsorge: Tel: 142 (täglich 0-24 Uhr)
www.telefonseelsorge.at

Rat auf Draht (Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche): Tel.:147 (täglich 0-24 Uhr), rataufdraht.orf.at

Sozialpsychiatrischer Notdienst
Gumpendorfer Straße 157, 1060 Wien
Tel: 01/31330 (täglich 0-24 Uhr)
www.psd-wien.at

24 – Stunden Frauennotruf der Stadt Wien
Tel: 01/ 71 71 9 (täglich 0-24Uhr)
www.frauennotruf.wien.at

Kriseninterventionszentrum Wien
Tel: 01/406 9595-0 (Montag – Freitag, 10 – 17 Uhr)
www.kriseninterventionszentrum.at

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