Diagnose des Burnout-Syndroms

Das Burnout-Syndrom kann prinzipiell jeden betreffen und wird immer häufiger diagnostiziert. Gerade weil ein Burnout eine vielschichtige Erkrankung ist, die den Körper, die Psyche, den Beruf und das soziale Umfeld in Mitleidenschaft zieht, sollten Betoffene nicht damit allein bleiben, denn eine korrekte Diagnose und gegebenenfalls die Abgrenzung von anderen Erkrankungen, kann entscheidend für den positiven Verlauf der Therapie sein. Bislang gibt es jedoch keine allgemein anerkannten Kriterien, auf denen die Diagnoserstellung beim Burnout-Syndrom basiert.

Diagnose des Burnout-Syndroms

Burn-out Diagnose

Burn-out Diagnose – Fotolia © freshidea

Erste Adresse: Ihr Hausarzt

Wenn Sie vermuten, dass Sie selbst oder ein Angehöriger vom Burnout-Syndrom betroffen sein könnten, wenden Sie sich zuerst vertrauensvoll an Ihren Hausarzt. Dieser kennt viele seiner Patienten schon über Jahre und kann einschätzen, welche Untersuchungen ratsam sind, um körperliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Klagt der Betroffene beispielsweise über anhaltende Müdigkeit, sollten verschiedene Blutwerte überprüft werden. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion, eine verdeckte chronische Entzündung oder eine Krebserkrankung können dafür verantwortlich sein, dass sich ein Patient massiv ausgelaugt und erschöpft fühlt.

Überweisung zum Psychotherapeuten oder Psychologen

Wenn sich keine physische Ursache für die Beschwerden finden lässt, wird der Arzt seinen Patienten zum Psychotherapeuten oder Psychologen überweisen. Dort wird in eingehenden Gesprächen und mithilfe standardisierter Fragebögen abgeklärt, ob eventuell eine psychische Erkrankung vorliegt.



Vielen Patienten – vor allem Männern – fällt es leichter, die Diagnose „Burnout-Syndrom“ zu akzeptieren, als sich selbst mit einer Depression in Verbindung zu bringen, da sie das „Ausbrennen“ mit großen Leistungen assoziieren, Depressionen hingegen mit Schwäche. Hinzu kommt, dass die Abgrenzung beider Erkrankungen nicht immer trennscharf ist. Ob Sie tatsächlich von einem Burnout, einer Depression oder einer sonstigen Erkrankung betroffen sind, wird ihr Therapeut im geschützten Rahmen mit Ihnen klären.

Ein Wort zu Online-Selbsttests

Im Internet stehen diverse Selbsttests und Fragebögen zur Verfügung, mit deren Hilfe jeder in der Lage sein soll, sein persönliches Burnout-Risiko zu ermitteln. Um eine erste Einschätzung der persönlichen Lage zu erhalten und sich einmal verstärkt mit sich selbst auseinanderzusetzen, sind diese Angebote sicher hilfreich. Jedoch sollten Sie unbedingt beachten, dass ein solcher Test keine ärztliche Untersuchung und kein Gespräch mit einem Psychologen ersetzen kann. Wenden Sie sich daher immer auch an einen Facharzt, falls Sie befürchten, an einem Burnout zu leiden.

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