Autogenes Training – Entspannung von innen heraus

Autogenes Training gegen Burnout – Wenn sich die Gedanken immer im Kreis drehen und man nicht mehr vorwärts kommt, ist es dringend angebracht, zur Ruhe zu kommen und abzuschalten. Viele Burnout-Patienten können aber genau das nicht. Sie stehen ständig unter Strom, obwohl sie bereits vollkommen erschöpft sind. Gezielte Entspannungsmethoden können daher für psychisch belastete Menschen eine große Hilfe sein. Dieser Artikel stellt daher das Autogene Training kurz vor.

Autogenes Training

Autogenes Training – Fotolia © Tran-Photography

Was passiert beim Autogenen Training?

Beim Autogenen Training geht es in erster Linie um besonders intensive Selbstwahrnehmung. Die Lernenden werden in die Lage versetzt, Anspannung und Entspannung ihres Körpers sehr genau wahrzunehmen und diese mit sogenannten Zielformeln, wie etwa „Ich bin ruhig und entspannt“ zu manipulieren. In Gedanken werden diese Sätze solange wiederholt, bis der Körper sich ihnen langsam anpasst. Auch wenn dies vielleicht etwas unwahrscheinlich klingt, ist die Wirkung des Autogenen Trainings wissenschaftlich nachgewiesen. Allerdings muss der Übende offen für die Methode sein. Wer sich innerlich sperrt, wird keine Entspannung erfahren.


Wie hilft Autogenes Training?

Das Vorteilhafte am Autogenen Training ist, dass der Übende in die Lage versetzt wird, auch solche Körperfunktionen, die nicht durch das Bewusstsein gesteuert werden, zu beeinflussen. Während wir beispielsweise unsere Atemfrequenz bewusst kontrollieren können, wird unsere Herzfrequenz vom sogenannten vegetativen Nervensystem reguliert. Studien haben gezeigt, dass das Autogene Training auf ebendieses vegetative Nervensystem Einfluss nimmt. Besonders die Produktion von Stresshormonen und solche Symptome, die durch Stress verursacht werden, z. B. Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen oder Rückenschmerzen, können sich durch korrekt praktiziertes Autogenes Training daher deutlich bessern.

Wann hilft Autogenes Training nicht?

Das Autogene Training ist eine Entspannungsmethode aber keine Wunderwaffe. Auch wenn Burnout-Patienten stark davon profitieren, ersetzt es doch keine fachärztliche Behandlung und keine Psychotherapie. Besonders Patienten mit schweren psychischen Störungen sollten das Autogene  Training nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt oder Therapeuten anwenden.

Wie erlernt man das Autogene Training?

Die einzelnen Übungsschritte des Autogenen Trainings sind sehr komplex. Daher kann an dieser Stelle nur die Grundstufe des Lernprozesses erläutert werden. Wie bereits beschrieben, wiederholt der Schüler in Gedanken die immer gleichen, einfachen, kurze Sätze, wie beispielsweise „Ich bin ganz ruhig“. Der so hervorgerufene Zustand der geistigen Entspannung überträgt sich auf den Körper und lässt ihn warm und schwer werden. Mit etwas Übung kann so ein Zustand großer Entspannung herbeigeführt werden.

Auch wenn die Grundlagen des Autogenen Trainings an sich leicht zu erlernen sind, raten Experten dazu, stets unter fachkundiger Anleitung mit den Übungen zu beginnen, damit Neulinge sich keine falsche Technik antrainieren. Die weitergehende Anwendung des Autogenen Trainings erlernt man daher am besten in speziellen Kursen, die von Gesundheitszentren oder Krankenkassen angeboten werden. Bücher können die Methode zwar ebenfalls erklären, jedoch liefern sie keine individuelle Rückmeldung oder Fehlerkorrektur.

Welche Methode für Sie stimmig ist, können nur Sie selbst herausfinden. Jeder Mensch reagiert anders und hat entsprechend andere Vorlieben. Welche Methode hat Sie am meisten angesprochen? Praktizieren Sie vielleicht bereits eine der bisher vorgestellten Verfahren? Haben Sie positive oder gar negative Erfahrungen damit gemacht? Wir freuen uns wie immer über Ihr Feedback unten in den Kommentaren!

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