Was versteht man unter Boreout?

Stress durch Langeweile am Arbeitsplatz: Boreout, die kleine Schwester von Burnout. Burnout als Folge von arbeitsbedingter Überlastung ist inzwischen ein bekanntes Phänomen. Was viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber jedoch nicht wissen, ist, dass auch Unterforderung krank machen kann. Da Burnout als „Leiden der Erfolgreichen“ gilt, wird Bore-out bislang nur sehr vereinzelt thematisiert.

Boreout – Wenn Unterforderung krank macht

Boreout - Wenn Unterforderung krank macht

Unterforderung kann krank machen! Fotolia © Maridav

„Boreout“ lässt sich vom englischen Wort „boredom“ (Langweile) ableiten. Dennoch darf das Phänomen keinesfalls mit Faulheit verwechselt werden. Im Gegenteil: Die Betroffenen sind in der Regel ausgesprochen leistungsbereit, aber nicht der Lage, ihr Potenzial im Berufsalltag zu entfalten. Häufig betroffen sind Angestellte, die sich mit immer gleichen Tätigkeiten wie Aktenablage, Sortieraufgaben oder dem Ausfüllen von Formularen beschäftigen. Bei diesen Routinearbeiten gibt es kaum Freiräume für Kreativität oder eigenständige Impulse. Andere leiden wiederum darunter, dass sie immer nur Teilaufgaben erfüllen und kein gesamtes Projekt bearbeiten dürfen, wodurch Erfolgserlebnisse und offizielle Anerkennung ausbleiben. All dies kann auf Dauer zu einer starken psychischen Belastung werden.

Das Boreout-Syndrom ist die schlimmste Folge der Unterforderung, die mit ähnlichen psychischen Beeinträchtigungen wie ein Burnout einhergeht. Die Patienten klagen über chronische Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen sowie körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel oder Tinnitus. Auch die Ereigniskonstellationen, die zum Boreout führen, ähneln den Voraussetzungen für das Burnout-Syndrom. So erhoffen sich zahlreiche Betroffene bei Antritt der beruflichen Tätigkeit eine erfüllende und verantwortungsvolle Position und sind dann enttäuscht, wenn der Arbeitsalltag ganz anders aussieht. Die Art der Unterforderung kann dabei quantitativ wie qualitativ sein. Bei quantitativer Unterforderung verfallen einige Betroffene in Aktionismus, da sie sich für ihr scheinbares Nichtstun schämen. So kann sich Boreout paradoxerweise in Burnout verwandeln.

Wer befürchtet, in die Boreout-Falle zu geraten, sollte sich am besten mit dem Arbeitgeber in Verbindung setzen und über seine Verantwortungs- und Aufgabenbereiche sprechen. Bei quantitativer Unterforderung wäre auch ein Arbeiten in Teilzeit eine denkbare Lösung.

Zitat: Das nächste Problem ist die Lösung!

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