Resilienz lernen – mit innerer Stärke durch unsichere Zeiten

In der Vergangenheit wurden den Menschen vieles abverlangt. Vor allem die Corona-Krise warf einen dunklen Schatten über unsere Gesellschaft und fordert bis heute viel Stärke, Kraft und Ausdauer von jedem Einzelnen. Nicht selten kommt es deshalb vermehrt zu Fällen von Abgeschlagenheit, Panikattacken und Burnout. Aber warum eigentlich und was können wir tun, um Krisen stark zu begegnen? Kann man Resilienz lernen?

Lockdown – aus Isolation wird Einsamkeit

Zu Beginn der Corona-Krise wurden verschiedenste Konzepte und Maßnahmen zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger diskutiert und abgewogen, bis es schließlich zum totalen Lockdown kam. Für uns bedeutete das Isolation und Verzicht. Ein gemeinsamer Grillabend mit Freunden, eine Shoppingtour mit den Geschwistern, ein Besuch beim Friseur, Auspowern im Fitnessstudio oder Entspannen in der Therme – nichts von alledem war mehr möglich. Nicht einmal der Besuch der kranken Großmutter im Altenheim, nicht einmal an ihrem 90. Geburtstag.

Die Gesellschaft wurde vollkommen isoliert. Jeder Einzelne war gezwungen zu Hause zu bleiben, sich mit sich selbst zu beschäftigen und soziale Kontakte zu meiden. Dem einen fällt es leicht mit sich allein zu sein, sich eine Auszeit zu gönnen, zu reflektieren. Anderen wiederum nicht. Sie fürchten sich davor allein gelassen zu werden mit ihren Ängsten und Sorgen. Sie sehnen sich nach Geborgenheit, Sicherheit. Schnell entstehen dann Ängste und Panikattacken, die bis zum Burnout führen können.

Auch die Arbeitswelt veränderte sich plötzlich

Neben dem Lockdown gab es auch starke Veränderungen der Arbeitswelt. Die Wirtschaft litt unter fehlenden Einnahmen, Stellen fielen weg und wer seinen Job behalten durfte, der musste, insofern der Arbeitsplatz nicht genügend Sicherheitsabstand bot, ins Homeoffice. Somit fiel hier dann auch der so wichtige soziale Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen weg. Doch noch schlimmer als die Isolation traf viele Menschen die ständige Angst vor dem Jobverlust, vor der Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Ist doch gerade das tägliche Einkommen eine wichtige Säule unseres Lebens, um unseren Lebensunterhalt sicherzustellen.

Resilienz lernen – mit innerer Stärke durch unsichere Zeiten

Die sieben Säulen der Resilienz

Starkes Ich – starkes Wir

Die 7 Säulen der Resilienz

Was hilft uns aus persönlichen Krisen? Hier zeigt sich: Wer resilient ist, den treffen derartige Krisen weniger hart. Während die einen in ein tiefes schwarzes Loch fallen und Angst vor einer ungewissen Zukunft, einer fehlenden Perspektive entwickeln, wissen resiliente Menschen besser mit schwierigen Situationen umzugehen.

Resilienz fußt auf den sieben folgenden Säulen:

  1. Selbstbewusstsein: Anstatt in die Opferrolle zu verfallen, besitzen resiliente Menschen ein starkes Selbstbewusstsein, das ihnen Kraft, Sicherheit und Mut spendet.
  2. Kontaktfreude: Resilienz nährt sich auch von sozialen Kontakten. Gemeinsame Beziehungen helfen durch schwere Zeiten und geben eine Perspektive.
  3. Gefühlsstabilität: Gefühlsstabile Menschen können besonders gut mit Stresssituationen und Sorgen umgehen. Sie sehen temporäre Krisen nicht als großes Unheil, sondern als Herausforderungen, die es zu meistern gilt.
  4. Optimismus: Wer dem Leben mit Optimismus und Zuversicht begegnet, der kann auch dunkle Täler ohne Sorgen leichter durchschreiten und sieht dabei immer ein Licht am Ende des Tunnels.
  5. Handlungskontrolle: Impulsives Handeln und Überreaktionen sind ein Zeichen von Angst, Panik, Unsicherheit. Resilienten Menschen gelingt es stattdessen kontrolliert und überlegt zu handeln, ohne Ängste.
  6. Realismus: In Krisenzeiten ist es wichtig, sich reale Ziele zu setzen und möglichst konstruktiv mit Rückschlägen umzugehen, was auch zur letzten, siebten Säule der Resilienz führt.
  7. Analysestärke: Denn Resilienz heißt auch negative Erlebnisse und bevorstehende Herausforderungen besser analysieren zu können, um somit auch wirksame Lösungen herauszuarbeiten.

Was kann ich selbst tun und wann brauche ich professionelle Hilfe?

Zunächst ist es wichtig sich selbst zu beobachten. Wie steht es um den aktuellen Gesundheitszustand? Hat sich das Gewicht in letzter Zeit stark verändert? Wie steht es um den Schlaf? Hat sich der eigene Gesundheitszustand verschlechtert und ist das eigene Gleichgewicht außer Kontrolle geraten, ist es ratsam professionelle Hilfe aufzusuchen. Neben Therapie Angeboten gibt es weitere Anlaufstellen, die Hilfe in Krisenzeiten anbieten, etwa Resilienz Coaching oder Selbsthilfegruppen.

Doch auch wir selbst können etwas tun, um gestärkt durch die Krise zu gehen. Dazu gehört beispielsweise kleine Erfolge zu feiern, die guten Dinge zu sehen. Ein Kilo weniger, ein Lob vom Chef oder der Kuchen, der nach langem Versuchen endlich gelungen ist – Momente, die wir feiern sollten. Darüber hinaus ist es gerade jetzt wichtig sich auch einmal etwas zu gönnen. Ein neues paar Schuhe, ein duftendes Bad mit ätherischen Ölen oder ein leckeres Stück Schokolade: Man muss sich auch mal was gönnen. Das hebt die Stimmung und führt leichter durch schwere Zeiten.

Essentiell ist auch die eigenen Stärken (Ressourcen) zu erkennen und sich selbst bewusster zu werden. Es ist schön Menschen um sich herum zu haben, die einem helfen, aber dennoch meistern wir den Großteil unseres Lebens aus eigener Kraft. Das sollte jedem Menschen bewusst sein. Nichts desto trotz ist es gut Freunde an seiner Seite zu wissen und sich in schwierigen Situationen auch helfen zu lassen, Hilfe anzunehmen. Wenn es uns gelingt gemeinsam und ein wenig stärker durch das Leben zu gehen, kann jede noch so schwere Krise gemeistert und alle Ängste überwunden werden.

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