Berufsunfähig durch Burnout und Depressionen – was nun?

Immer mehr Menschen leiden an Burnout und Depressionen. Viele von ihnen können – zumindest vorübergehend – nicht mehr arbeiten. Bereits 2010 entfielen 53,5 Millionen Krankentage allein auf psychische Erkrankungen. Inzwischen haben psychische Leiden wie Burnout und Depressionen längst Rücken- sowie Herz- und Kreislaufleiden als Auslöser von Berufsunfähigkeit überholt. Doch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) stellt sich häufig quer, wenn es um die Anerkennung der Erkrankung und das Auszahlen der vereinbarten Leistungen geht.

Fakt ist: Private Assekuranzen zahlen nur ganz selten Rente aus. Experten berichten von besonderen Schwierigkeiten, wenn es um das Erschöpfungssyndrom und depressive Verstimmungen geht. Der Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg geht davon aus, dass die privaten Assekuranzen nur bei etwa jedem 400. BU-Vertrag Rente auszahlen.

Auch wenn bereits Erkrankte eine BU abschließen wollen, haben die Interessierten häufig schlechte Karten. Sie müssen damit rechnen, dass ihr Antrag abgelehnt wird. Als Alternativen geboten werden Versicherungen mit höheren Beiträgen, abgespeckte Tarife oder der Ausschluss bestimmter Leistungsursachen – häufig auch schon bei Gesunden. Ein gründlicher Check der Konditionen und ein Informationsgespräch können den Verbrauchern helfen, zu entscheiden, ob es sich lohnt, den Vertrag abzuschließen. Wichtig ist, dass der Vertrag den gesamten Berufsweg abdeckt – auch, wenn jemand mehrmals im Leben die Branche wechselt.

Ein Burnout begründet zunächst keine Berufsunfähigkeit. Erst nach einigen Monaten Therapie kann entschieden werden, ob ein Burnout-Patient fähig ist, ins Erwerbsleben zurückzukehren. Dazu gehört auch die Option, gegebenenfalls den Job zu wechseln. Bei Depressionen hingegen ist Berufsunfähigkeit häufig schneller möglich. Bevor es allerdings  zur Auszahlung kommt, fordern die Assekuranzen in der Regel Gutachten. Das kostet im Einzelfall viel Zeit, Nerven und vor allem Geld. Wer zusätzlich zur BU eine Rechtsschutzversicherung abschließt, muss wenigstens die für Gutachten fälligen fünfstelligen Beträge nicht aus eigener Tasche bezahlen.

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