Burnout – Pflichten des Arbeitgebers

Schutz vor psychischer Überlastung am Arbeitsplatz ist nicht nur Sache der Arbeitsnehmer. Denn wo zu viele Aufgaben auf zu wenigen Schultern verteilt werden, helfen Entspannungstechniken, Urlaub oder sportlicher Ausgleich in der Freizeit häufig nicht mehr weiter. Vielmehr ist der Arbeitgeber in der Pflicht, die Bedingungen vor Ort am Arbeitsplatz entsprechend anzupassen.

In Sachen Schutz vor psychischer Überlastung, die zu Burnout führen kann, ist die Rechtslage bislang nicht eindeutig oder gerichtlich definiert. Gefährdungsbeurteilungen und Folgemaßnahmen können sich aber aus der Fürsorgepflicht und § 5 des Arbeitsschutzgesetzes ergeben. So hat der Arbeitgeber grundsätzlich auf die Rechte, Rechtsgüter und Interessen des Arbeitnehmers Rücksicht zu nehmen. Darüber hinaus gibt es im Zusammenhang mit Burnout individualarbeitsrechtliche Pflichten, die aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers entstehen. So muss der Arbeitgeber aktiv dazu beitragen, einem Burnout vorzubeugen, einer drohenden Erkrankung entgegenzuwirken und – falls es bereits zum Burnout gekommen ist – mit der Erkrankung des Angestellten angemessen umgehen. Die Fürsorgepflicht greift schon bei allerersten Symptomen und kann im Extremfall bedeuten, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter Erholungsurlaub erteilen oder ihm vorschlagen muss, andere, weniger belastende Aufgaben im Betrieb zu übernehmen.

Bislang müssen Unternehmen kein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement einrichten. Dennoch haben sie eine Verpflichtung zum präventiven Gesundheitsschutz. So hat der Arbeitgeber die Arbeitsumgebung so zu gestalten und die Arbeitsleistung so zu regeln, dass die Arbeitnehmer vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in angemessenem Umfang geschützt sind. Dies gilt sowohl für die physischen als auch die psychischen Folgen, die sich aus einer Überlastungssituation ergeben.

Psychische Belastungen spielten als Faktor der gesundheitlichen Gefährdung in Betrieben bislang eine untergeordnete Rolle. Der enorme Zuwachs an Burnout-Fällen und anderen seelischen Erkrankungen zwingt die Wirtschaft an diesem Punkt allerdings zu einem Umdenken.

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