Burnout: Tatsächlich ausgebrannt oder einfach nur enttäuscht?

Nicht jedes kleine Stimmungstief verdient die Bezeichnung „Krankheit“. Gerade weil das Burnout-Syndrom noch nicht als psychische Erkrankung anerkannt ist, warnen Ärzte davor, das Phänomen mit Selbstmitleid und genereller Unzufriedenheit mit dem Job zu verwechseln.

Was Sie für eine gesunde Einstellung zum Beruf und zum Schutz vor Burnout tun können:

  1. Das Gefühl der Überforderung am Arbeitsplatz kann auch an der eigenen Unfähigkeit, sich abzugrenzen und zu delegieren, liegen – und muss nicht zwangsweise auf das rüde Regiment der Chefetage zurückzuführen sein. Menschenliebe am Arbeitsplatz ist nicht gleichbedeutend mit einem guten Betriebsklima. Setzen Sie auf Funktionalität statt auf Selbstaufopferung.
  2. Schluss mit falschen Vorstellungen und Illusionen. Wer der Ansicht ist, dass Kollegen hilfsbereit und solidarisch sind und Kunden immer kooperativ und dankbar, wird schnell enttäuscht sein und sich ausgebrannt fühlen. Auch bestimmte Denkschemata wie „Früher war alles besser“ helfen nicht weiter und sind vielfach einfach nur falsch. Wer möchte schon gerne mit seinen Großeltern tauschen, die sich aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs unter chaotischen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen eine Existenz zusammenzimmern mussten?
  3. Sehen Sie doch mal das Positive. Die Arbeit sichert unser Überleben. Sie sorgt dafür, dass wir zu essen haben und eine warme Wohnung. Sie strukturiert den Tag und vermittelt das Gefühl, gebraucht zu werden.
  4. Die Verlagerung der Arbeit in den tertiären Sektor hat uns überwiegend komfortable Büroarbeit beschert. Der moderne Arbeitsplatz ist nur bedingt gesundheitsgefährdend. Nur wenige von uns arbeiten im Steinbruch, im Kohlebergwerk oder an einem schlecht gesicherten Fließband in einer zugigen Fabrikhalle.
  5. Ist der Chef  tatsächlich ein schrecklicher Depot und die Kollegen allesamt fiese Denunzianten? Nehmen Sie das Ruder in die Hand und wechseln Sie den Arbeitsplatz!
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