Burnout und Depressionen: Wenn Begrifflichkeiten verschwimmen

Burnout und Depressionen – Fast jeder von uns glaubt zu wissen, was „Burnout“ bedeutet, denn wir alle fühlen uns bisweilen erschöpft und sehnen uns nach Ruhe. Darüber hinaus ist das Burnout-Syndrom wesentlich gesellschaftsfähiger als Depressionen geworden, denn es klingt nach Arbeit, Ehrgeiz und Fleiß.

Burnout und Depressionen: Wenn Begrifflichkeiten verschwimmen

Burnout und Depressionen: Wenn Begrifflichkeiten verschwimmen

Burnout & Depression – Fotolia © Photographee.eu

Doch die Popularisierung des Begriffs, der gegenwärtig noch nicht einmal als medizinische Diagnose anerkannt ist, hat auch eine Schattenseite: Die Stigmatisierung der Depression. Häufig ist es nämlich so, dass sich hinter einem Burnout eine depressive Symptomatik verbirgt. Dann ist es alles andere als hilfreich, von Burnout zu sprechen. Der Begriff Burnout kann eine Depression verharmlosen und auf Dauer sogar dazu beitragen, Depressive auszugrenzen. Depressiv Erkrankte werden dann im Gegensatz zu den vermeintlich aktiven und erfolgreichen Burnout-Patienten mit dem Vorurteil belegt, dass sie ihr Leben nicht richtig im Griff haben, sich selbst überfordern oder sich einfach nicht zusammenreißen. Auf diese Weise haben sie es schwerer, die Erkrankung zu bewältigen.




Der Begriff Burnout ist schwammig und umfasst eine Vielzahl von Symptomen. Auch die Ursachen sind höchst unterschiedlich. Während ein Teil der Betroffenen tatsächlich im Beruf überfordert ist, leiden andere unter Zurückweisungen, Verlusten und anderen traumatischen Erlebnissen. Nicht selten führen aber auch positive Veränderungen im Leben zu Depressionen – beispielsweise die Geburt eines Kindes, ein Umzug oder eine Beförderung. Während bei einigen Burnout-Patienten eine längere Auszeit und eine Umorientierung im Alltag ausreichend ist, benötigen diejenigen, die darüber hinaus unter einer Depression leiden, eine psychotherapeutische Begleitung und unter Umständen auch eine medikamentöse Behandlung. Schwer depressive Patienten haben zudem häufig auch Suizidgedanken – nichts, was durch einen Urlaub gelöst werden könnte. Folglich müssen Ärzte mit der Diagnose sehr vorsichtig sein. Schlimmstenfalls kann der Begriff Burnout dazu führen, dass Depressionen nicht erkannt und folglich nicht oder unzureichend behandelt werden.

Zwischen einem Burnout-Syndrom und einer Depression gibt es folgende grundlegende Unterschiede: Klicken Sie hier Unterschied Burnout & Depression

5 (100%) 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.