Burnout: Wenn Armut krank macht

Psychische Erkrankungen wie Burnout betreffen nicht nur Manager: Auch immer mehr arme Menschen leiden unter seelischen Beschwerden. Dieses Fazit haben die Teilnehmer des Caritas-Gesprächs „Armut macht krank“ im November 2012 gezogen.

Sozialminister Andreas Storm (CDU) verwies darauf, dass psychische Erkrankungen wie zum Beispiel das Burnout-Syndrom zu den häufigsten Ursachen zählt, warum Menschen nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen können. Besonders oft betrifft es dabei zumeist privat krankenversicherte Klein- und Einzelunternehmer, die mit ihrer Selbstständigkeit scheitern. Viele haben zudem beim Abschluss der privaten Krankenversicherung nicht darauf geachtet, auch ausreichend gegen psychische Erkrankungen abgesichert zu sein. Denn bis vor einigen Jahren waren bestimmte psychische Leiden wie zum Beispiel Burnout noch gar nicht Bestandteil der Leistungskataloge der privaten Krankenversicherungen. Auch andere Teilnehmer bestätigten den Aufwärtstrend bei den psychischen Erkrankungen. Zugenommen habe auch die Anzahl derer, die stationär in Kliniken behandelt werden mussten. Vor allem junge Menschen seien dort aufgenommen worden.

Menschen mit Burnout oder anderen seelischen Leiden können krankheitsbedingt an zahlreichen alltäglichen Dingen nicht mehr teilhaben. Infolge dessen fallen die Betroffenen sehr schnell aus dem Erwerbsleben heraus und fühlen sich am Ende vollständig aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Der Anspruch, dass Mitarbeiter allzeit leistungsbereit und nie krank sein dürfen, weitet sich gleichzeitig immer mehr aus. Krankheitsbedingte Kündigungen sind längst keine Ausnahmen mehr. Das wissen die Arbeitnehmer nur zu gut. Die so entstehende Angst vor der Arbeitslosigkeit löst weiteren psychischen Druck und Stress aus.

Zuletzt wurde angeführt, dass den Betroffenen zuletzt nicht selten das Geld für gesundheitsfördernde Maßnahmen fehle. Ebenso wenig förderlich sind ein lückenhaftes Psychotherapieangebot und ein Mangel an Therapieplätzen insbesondere für Kassenpatienten.

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