Mit mehr Ferien gegen Burnout?

Stress ist ein Phänomen der heutigen Zeit, das viele Menschen als belastend erleben. Einige von ihnen brennen dabei regelrecht aus. Das liegt vor allem daran, dass sie einfach nicht genug Zeit für sich selbst haben, denken viele. Die Volksinitiative „Timeout statt Burnout“ aus der Schweiz wirbt nun mit „Sechs Wochen Ferien für alle“ als eine mögliche sinnvolle Burnout-Prophylaxe. Die Begründung: Der seit 25 Jahren gültige gesetzliche Ferienanspruch von vier Wochen sei ungerecht und ungenügend. Die Arbeitnehmer geraten unter zunehmenden Wettbewerbsdruck und sind einer rasenden technischen Entwicklung und den Konsequenzen der fortschreitenden Globalisierung teils schutzlos ausgesetzt. Die daraus resultierende steigende Arbeitsbelastung mache Arbeitnehmer krank und senke langfristig ihre Leistungsfähigkeit, so die Initiative.

Doch macht das auch wirklich Sinn? Können reines Selbstmanagement und eine Auszeit eine Therapie ersetzen? Nicht da, wo bereits ernste Erkrankungsanzeichen wie Angststörungen, Depressionen oder Sucht vorliegen, glauben Mediziner. Burnout ist in den seltensten Fällen die Folge von purem Stress. Vielmehr spielen auch individuelle Faktoren wie Veranlagung, übermäßiger persönlicher Ehrgeiz, fehlende Kompensationsmuster und mangelnder sozialer Rückhalt eine wichtige Rolle für Ausbruch und Ausprägung von Burnout. Eine langfristig angelegte Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch orientierte Therapie dürften in diesem Fall nachhaltigere Resultate erbringen.

Insbesondere dort, wo Patienten beispielsweise depressive Symptome zeigen, muss gegebenenfalls medikamentös interveniert werden. Bei akuten Suizidgedanken oder selbstverletzendem Verhalten kommt für die betreffenden Personen auch ein stationärer Klinikaufenthalt infrage.

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