Mit Pflanzenkraft gegen Erschöpfung und Burnout

Erschöpfungszustände oder gar ein Burnout (das auch als chronische Erschöpfung bezeichnet wird) mit seinen zahlreichen Symptomen haben nicht schwerwiegende Auswirkungen auf unsere berufliche Leistungsfähigkeit, sondern auch auf unser körperliches und seelisches Wohlbefinden insgesamt. Je nach Stadium der Erkrankung kommen Psychotherapie sowie Medikamente zum Einsatz. Dabei handelt es sich meist um Antidepressiva in Form von sogenannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (kurz als SSRI bezeichnet). Immer mehr Betroffene setzen aber auch auf Arzneimittel aus der Natur und verwenden Mittel, deren Basis pflanzlich ist. 

Phytotherapie gegen Erschöpfung und Burnout

Pflanzen haben sehr häufig heilwirksame Eigenschaften. Dieses schon vor Jahrtausenden bekannte Wissen war die Basis für die Naturheilkunde und auch für die Phytotherapie. Inzwischen ist bekannt, dass jeweils verschiedene Pflanzen gegen die unterschiedlichen Formen von Erschöpfung und damit auch bei Burnout hilfreich sein können. Ausschlaggebend für die Anwendung sind die Ursachen sowie die auftretenden Symptome. Beispielsweise können bei den folgenden Arten von Erschöpfungszuständen die genannten Pflanzen hilfreich sein: 

  • Nervöses Überforderung-Syndrom = Baldrian, Passionsblumenkraut, Guarana, Ginseng, Lavendelöl
  • Abwehrschwäche-Syndrom = Ginseng, Eleutherokkus, Blütenpollen, Gelee-Royal, Schwarzkümmel, Propolis
  • Kreislaufschwäche-Syndrom = Knoblauch, Mistel, Guarana, Weißdorn, Gelee-Royal, Mate, Propolis

Darüber hinaus können Kava-Kava, Johanniskraut oder auch Artischocke die Symptome von Erschöpfung und Burnout lindern. Die Naturheilkunde verwendet zudem Brechnuss oder Bärlapp zur Behandlung von Erschöpfungszuständen. Da diese beiden Heilpflanzen giftig sind, dürfen sie allerdings nur im Rahmen einer begleiteten Behandlung als Fertigprodukt in stark verdünntem Zustand eingenommen werden. 

Ginseng (Panax Ginseng)

Als eine der effektivsten Heilpflanzen zur Behandlung von Erschöpfung und Burnout gilt Ginseng. Diese aus der Mandschurei sowie Nordkorea stammende Wurzel hilft bei nachlassender Konzentrationsfähigkeit, körperlicher Schwäche und sinkender Leistungsbereitschaft. Ginseng wird vor allem eine stärkende Wirkung zugeschrieben, zudem eignet sich die Wurzel zur Mobilisierung der Abwehrkräfte. Ginseng ist als Sirup oder Pulver erhältlich. Man kann aber auch frische Ginsengwurzeln verwenden. 

Passionsblume (Passiflora incarnata)

Eine ebenfalls schon sehr lange bekannte Heilpflanze ist die Passionsblume. Sie stammt ursprünglich aus Amerika und Ostindien, wird inzwischen aber auch in Europa angebaut. Die Passionsblume hat vor allem angstlösende sowie beruhigende Wirkung und kann bei Erschöpfung und Burnout verwendet werden, um besser Einschafen zu können. Zudem hilft sie bei großer Anspannung sowie bei nervösen Unruhezuständen. 

Baldrian (Valeriana officinale)

Eine der am häufigsten verwendeten Heilpflanzen bei Unruhezuständen, Nervosität und vor allem Schlafproblemen ist Baldrian. Die verwendeten Blüten wirken hauptsächlich entspannend, beruhigend und auch krampflösend. Wurde die Heilpflanze im Altertum für andere Beschwerden genutzt, so ist seine beruhigende Wirkung auf das menschliche Nervensystem seit dem 17. Jahrhundert bekannt. 

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Das Johanniskraut ist eine der Heilpflanzen, deren Wirkung auch von der Schulmedizin anerkannt ist. Seit dem Mittelalter wird sie eingesetzt, um depressive Verstimmungen zu lindern. Mitte der 1970-er Jahre konnten in medizinischen Studien die antidepressiven Eigenschaften von Johanniskraut nachgewiesen werden, die hauptsächlich durch das enthaltene Hyperforin und Hypericin verursacht werden. Da man für eine effektive Behandlung mittelschwerer Depressionen zwischen 900 mg und 1800 mg Johanniskraut-Extrakt benötigt, sind einige der Johanniskraut-Präparate nur auf Rezept erhältlich. 

Goji-Beeren (Lycium barbarum)

Die kleinen roten Beeren der aus China stammenden Goji-Pflanze gelten als vielseitige Heilpflanze und werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin schon seit Jahrhunderten verwendet, vor allem zur Behandlung von Augenleiden. Sie wirken stimulierend auf das Immunsystem sowie stärkend und eignen sich daher gut zur Behandlung von Erschöpfung und Burnout. Im Handel findet man sie meist in getrockneter Form, es gibt die Beeren aber auch als fertigen Saft. Hier sollte man aber darauf achten, wie hoch der Anteil an Goji-Beeren ist. 

Schisandra (Sch. chinensis)

Vor allem den Beeren der Schisandra (chinesisch: 五味子 = Wu Wei Zi = Beeren der fünf Geschmäcker), einer aus Chinas Natur stammenden Heilpflanze, werden positive Wirkungen bei Depressionen und Erschöpfungszuständen zugesprochen. Sie entfalten unter anderem eine stärkende, verjüngende, beruhigende, ausgleichende und regenerierende Wirkung. Man kann die Beeren einfach im getrockneten Zustand kauen, ideal sind etwa 5 Gramm täglich. Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) empfiehlt eine Anwendung über einen Zeitraum von etwa 100 Tagen hinweg. Die Wirkung tritt erst nach einigen Wochen ein. Wie bei allen pflanzlich basierten Produkten aus der Natur sollte auch bei diesen Beeren nach einer gewissen Anwendungszeit zunächst eine Pause eingelegt werden. Erst nach einigen Tagen sollte die Therapie dann fortgesetzt werden.

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Quelle:

https://www.heilkraeuter.de/lexikon/schisandra.htm
https://www.naturheilmagazin.de/natuerlich-heilen/krankheiten-a-bis-z/burnout-stress/burnout.html
https://www.homoeopathie-heute.de/aktuelles-archiv/2012/homoeopathie-bei-ueberforderung-stress-und-erschoepfung/
https://www.forum-naturheilkunde.de/ratgeber/erschoepfungstress.html



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