Multijobber: Wenn ein Job nicht mehr zum Überleben reicht

Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten bei gleichzeitig sinkenden Nettolöhnen und dem Trend zum Lohndumping machen insbesondere den Geringverdienern unter uns zu schaffen. Denn wer im Niedriglohnsektor arbeitet, also zehn Euro oder weniger in der Stunde verdient, kommt oft trotz Vollzeitbeschäftigung kaum über die Runden. Um irgendwie überleben zu können, arbeiten diese Menschen nach Feierabend oder am Wochenende. Sie sind so genannte „Multijobber“.

Die Gesamtentwicklung ist dabei alarmierend: Seit 2003 hat sich die Anzahl der Menschen mit einem Zweit- oder Drittjob mehr als verdoppelt. In Deutschland hat inzwischen jeder zehnte Arbeitnehmer noch einen Zweitjob, um über die Runden zu kommen.

Mit zwei und mehr Jobs steigt allerdings die Gefahr körperlicher und psychischer Überlastung immens. Multijobber haben eine 55- bis 60-Stunden-Woche. Einige von ihnen nehmen dabei auch Tätigkeiten an, denen sie körperlich kaum gewachsen sind. Fest steht: Spaß macht das Leben so nicht mehr. Viele Multijobber entwickeln ein Burnout und stehen kurz vor dem Zusammenbruch.

Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang wird die Diskussion um einen gesetzlichen Mindestlohn immer dringlicher. Denn bei Dumpinglöhnen ist nicht nur ein Leben als Multijobber vorprogrammiert, sondern auch leeren Rentenkassen. Berechnungen zufolge liegt ein Mindestlohn von 8,50 Euro knapp über der Grenze zu einem Leben auf Hartz IV-Niveau: Wer so wenig verdient, hat gerade mal 1000 Euro netto pro Monat zur Verfügung.

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