Neue Auswege aus dem Burnout

Das Burnout-Syndrom ist tückisch: Es entwickelt sich wie ein schleichender Abwärtssog, bis eines Tages die körperliche, geistige und seelische Kraft der Patienten vollkommen aufgebraucht ist. Vielen Betroffenen gelingt es dabei lange Zeit, ihr soziales Umfeld darüber hinwegzutäuschen, wie schlecht ihnen wirklich geht. So bleiben Freunde, Angehörige und Kollegen ahnungslos und können nicht eingreifen. Vor allem bei männlichen Burnout-Patienten liegt die Hemmschwelle, Hilfe in Anspruch zu nehmen, hoch. Viele von ihnen leiden zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich in Therapie begeben, schon viele Monate unter schweren psychischen und psychosomatischen Beschwerden.

Auswege aus dem Burnout

Neue Auswege aus dem Burnout

Die Anforderung an die behandelnden Ärzte und Psychiater ist hoch. Den Patienten muss zum einen so schnell wie möglich geholfen werden. Andererseits gilt es, die komplexen Ursachen zu analysieren und aufzuarbeiten. Inzwischen wurde erkannt, dass eine wirkungsvolle Behandlung auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzen muss. Moderne therapeutische Konzepte vereinen daher unterschiedliche Aspekte. Sie umfassen zunächst die psychologische und medikamentöse Behandlung von akuten Depressionen und Ängsten und leisten rasche Krisenhilfe. Zugleich berücksichtigen sie aber auch physische Probleme wie Schlafstörungen, Rücken- und Verdauungsbeschwerden oder eine Überreizung des vegetativen Nervensystems. Ferner muss manchmal zusätzlich gegen eine Suchtmittelabhängigkeit (häufig: Schlaf- und Beruhigungsmedikamente) angekämpft werden.




Im Zentrum der Behandlung steht im Allgemeinen die individuelle Identitätskrise. Dabei gilt es, enttäuschte Erwartungen und verfehlte Ziele zu verarbeiten. Eine tiefenpsychologische Analyse kann helfen, Überzeugungen und Lebenseinstellungen auf den Grund zu gehen und das zerstörte Selbstwertgefühl kognitiv zu korrigieren. Verhaltenstherapeutische Elemente unterstützen den Patienten, sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten.

Am effizientesten ist die ganzheitliche Behandlung in einer Burnout-Klinik, wo sich Experten unterschiedlicher Fachgebiete um die Patienten kümmern. Mittlerweile unterstützen sogar einige gesetzliche Krankenkassen einen solchen Kuraufenthalt.

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