Rasanter Anstieg von Burnout-Fällen und anderen psychischen Erkrankungen auch in 2011

Noch rangieren Rückenschmerzen und Erkältungen als Grund für Krankschreibungen an der Spitze, doch psychischen Leiden sind weiter auf dem Vormarsch. Das zeigt der aktuelle in Darmstadt vorgestellte Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK. Die nach eigenen Angaben größte Krankenkasse in Hessen hatte 2011 die Krankschreibungen von rund 224000 erwerbstätigen DAK-Mitgliedern analysiert und hatte dabei festgestellt, dass Burnout, Depressionen und Neurosen erstmals auf den dritten Platz vorgerückt waren. Im vergangenen Jahr gingen laut der Angaben 12,9 Prozent aller Ausfalltage auf das Konto psychischer Leiden. 2010 waren es noch 11,5 Prozent.

Noch immer führt die Suche nach den Ursachen von Burn-Out meist in den Arbeitsalltag der Betroffenen. Es fällt Arbeitsnehmern immer schwerer, am Feierabend abzuschalten. Dies liegt auch an der ständigen Erreichbarkeit via Handy beziehungsweise Smartphone. Weitere Faktoren sind Forderungen wie ständige Flexibilität, der steigende und teils sinnlose Dokumentationsaufwand sowie vermehrte Kontrollen durch Vorgesetzte.

Was Burnout hingegen vorbeugen kann, sind eine leistungsgerechte Belohnung und Anerkennung. Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist das Risiko einer arbeitsbedingten Erschöpfung deutlich geringer, zeigt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Goethe-Universität Frankfurt, des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts und der Technischen Universität Chemnitz. Eine leistungsgerechte Belohnung bedeutet dabei mehr als nur angemessene Bezahlung. Eine zentrale Rolle spiele vor allem die soziale Anerkennung, die Menschen für ihren Arbeitseinsatz erhalten. Auch was Überforderung für das Arbeitsklima bedeutet, wurde im Rahmen der Studie analysiert. Es zeigte sich, dass die Arbeit für die überwiegende Anzahl der Beschäftigten (noch) eine Sinn stiftende Funktion innehat. Wer dann allerdings aufgrund des ökonomischen Effizienzdrucks gezwungen ist, Qualitätsstandards zu verletzen, leidet darunter.

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