Wenn das Studium zum Psychostress wird: Studenten im Burnout

Das Burnout-Syndrom betrifft neuerdings immer häufiger auch Studenten, stellen Psychologen und Ärzte fest. Deutschlandweit ist die Zahl der Beratungskontakte bei Universitätspsychologen im Jahr 2008 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf inzwischen 80.000 gestiegen. Am häufigsten klagen Studenten dabei über Lernstörungen, Leistungsprobleme und Prüfungsangst – die typischen Vorboten eines Burnouts.

Studiengebühren, starre Regelstudienzeiten, die Angst vor Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt die Umstellung auf das Master- und Bachelorstudium haben dazu beigetragen, dass der Druck auf Studenten in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. Die Studiengänge sind stärker verschult, es gibt mehr Anwesenheitspflicht und Zeitdruck. Bummelstudenten haben im modernen Uni-System kaum eine Chance. Darüber hinaus ist ein akademischer Abschluss längst keine Arbeitsplatzgarantie mehr.

Besonders Perfektionisten geraten dabei schnell an ihre Grenzen. Sie begreifen das Pensum nicht als Soll, sondern als Muss und streben nach einem möglichst überdurchschnittlich guten Abschluss. Sie verbringen Stunden im Hörsaal und anschließend in der Bibliothek, leisten in den Ferien Praktika ab und jobben nebenbei, um den Eltern nicht mit Studiengebühren auf der Tasche zu liegen. Da ist Erschöpfung vorprogrammiert.

Um zu vermeiden, dass man als Studentin oder Student ein Burnout erleidet, muss der Umgang mit dem Stress gelernt werden. Denn der Eindruck, dass Stress bedrohlich ist, entsteht immer im eigenen Kopf. Eine sinnvolle Zeiteinteilung mit Pausen, kleine Belohnungen, der Austausch mit Kommilitonen sowie ausgleichende Freizeitaktivitäten machen auch ein hohes Arbeitspensum schaffbar. Wer begreift, dass und wie Stress handhabbar ist, profitiert davon zudem im späteren Arbeitsleben. Studenten, die dennoch glauben, es alleine nicht mehr zu schaffen, sollten nicht zögern, entsprechende Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine vorübergehende Begleitung durch Universitätspsychologen kann helfen, aus dem Tief herauszukommen und aus selbstzerstörerischen Gedankenmustern auszubrechen. Im Falle einer ernsthaften psychischen Erkrankung vermittelt der Universitätspsychologe die Betroffenen an entsprechende Experten weiter.

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