Wenn Eltern nicht wegsehen sollten: Burnout und Depressionen bei Schülern

Immer mehr Schüler leiden an Burnout und Depressionen. Hauptsächlich betroffen ist dabei die Gruppe der Zehn- bis Zwanzigjährigen, aber es gebe auch schon Siebenjährige, die sich dem schulischen und familiären Druck nicht gewachsen fühlen, so Experten. Ursache für das persönliche Desaster sind oftmals allgemeine gesellschaftliche Strukturen: Unsichere soziopolitische Verhältnisse, trostlose Zukunftsperspektiven, Angst vor drohender Arbeitslosigkeit, körperliche und seelische Gewalt, mangelnde Bindungsstrukturen und Kommunikationsprobleme in Familien.

Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich unerwünscht und finden keinen Platz in der Welt. Hinzu kommen zunehmende schulische Belastungen: Eine strenge und frühe Selektion, die gnadenlos Schwächen aufzeigt, kann zu einer falschen Selbstwahrnehmung und einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Die Kinder erleben auf diese Weise früh Verzweiflung und Ohnmacht. Derartige strukturelle Probleme haben oftmals Auswirkungen bis ins alltägliche Detail.

Viele Eltern reagieren unerwartet hart und verständnislos. So berichten die jungen Patienten in der Therapie, dass Eltern über ihre Probleme einfach hinweggehen und ihnen sagen, dass es ihnen doch eigentlich gut geht und sie sich nur zusammenreißen müssten. Auch Lehrern fehlt häufig der Blick für die seelischen Qualen ihrer Schüler, da Kinder mit depressiver Symptomatik eher überangepasst sind und sich nicht wehren. Häufig handelt es sich um intelligente, problemlose Schüler, die von den Lehrern positiv wahrgenommen werden.

Dabei ist rechtzeitiges Handeln von großer Bedeutung. Psychotherapeuten stellen eine Zunahme bei selbstverletzenden Verhaltensweisen wie Magersucht oder Ritzen der Haut fest. Dies betrifft vor allem Mädchen. Bei Jungen hingegen seien Suizidfälle häufiger. Eltern sollten spätestens dann alarmiert sein, wenn Kinder nicht mehr aus dem Bett kommen, nicht mehr zur Schule gehen wollen, sich isolieren, resignierendes Verhalten an den Tag legen oder unter Angst- und Panikattacken leiden.

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