Wenn nichts mehr geht…Burnout bei Müttern

In den letzten Jahren kommen verstärkt Mütter in die Psychotherapeutische Praxis, die buchstäblich ausgebrannt sind. Zu den ausgeprägten sozialen, emotionalen und körperlichen Symptomen kommen noch ausgeprägte Schuldgefühle: sich nicht genügend um das Kind kümmern zu können, den Haushalt nicht mehr zu schaffen, sich selbst zu vernachlässigen. Oft folgen Streitereien mit dem Partner, der nicht versteht, was zuhause los ist.

Burnout bei Müttern

Burnout bei Müttern - clipdealer.de

Müdigkeit, ein gewisses Maß  an sozialem Rückzug, das Gefühl nichts mehr auf die Reihe zu kriegen sind Begleiterscheinungen vieler junger Mütter. Kommt noch ein Gefühl der Hilflosigkeit dazu, depressive Symptome, Fluchtgedanken („ich setz mich ins Auto und komm nie wieder“) und ein verstärktes Gefühl der Leere kann fast sicher von einem Burnout Syndrom gesprochen werden.



Burnout und das Bild der strahlenden Mutter, die den Kinderwagen im Park herum schiebt passen in der Öffentlichkeit nicht recht zusammen.  Die Umgebung reagiert oft mit Verständnislosigkeit oder gar Vorwürfen – leider kommen solche Vorwürfe auch „aus eigenen Reihen“, also von Frauen, die es zwar gut meinen, aber trotzdem nicht hilfreich sind.

Leidet eine Mutter am Burnout Syndrom ist es wichtig, den Partner  in die Therapie mit einzubeziehen: es ist wichtig, dass er um die Krankheit Bescheid weiß. Gemeinsam können Strategien entwickelt werden, die Mutter einerseits zu entlasten, und andererseits den starken Leistungsdruck und Perfektionismus, den die Betroffenen oft sich selbst gegenüber ausüben, zu mindern. Erfahrungsgemäß braucht die Betroffene erst einmal eine Phase des absoluten „Nichts“ – Zeitunglesen kann schon zu viel sein. Vergleichbar mit einem Glas, wo nur der Boden mit Wasser bedeckt ist. Langsam kann die Betroffene dann lernen, Kontakt zu ihren eigenen Ressourcen zu bekommen, aus denen sie dann die Kraft für ihre Genesung schöpfen kann.  Falls Medikamente genommen werden müssen, informieren Sie den Arzt, wenn Sie stillen – er kann Ihnen stillfreundliche Medikamente verschreiben: ein Abstillen muss nicht sein (und verstärkt die Schuldproblematik!).

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