Burnout im Hochleistungssport: Sven Hannawald berichtet aus einer schweren Zeit

Im Gespräch mit dem Spiegel spricht Ex-Skispringer-Legende Sven Hannawald nun erstmals über sein Burnout vor neun Jahren. Dieses äußerte sich bei Hannawald unter anderem durch eine starke innere Unruhe sowie Schlafstörungen. Insbesondere bei anstehenden Lehrgängen hätte sich der Profisportler am liebsten ganz zurückgezogen.

Zwar hatte Hannawald nach eigenen Angaben niemals Selbstmordgedanken. Eine schöne Zeit war es trotzdem nicht – auch der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik im Allgäu, in die er sich wegen seiner Probleme begeben hatte, brachte nicht die erhoffte Erlösung. Nach wie vor quälte ihn die Unruhe, die ihn nachts kaum schlafen ließ. Erst eine fünfjährige ambulante Therapie holte ihn Stück für Stück wieder in ein lebenswertes Leben zurück.

Hannawald hat den Kampf mit dem Burnout Syndrom in seiner Autobiografie „Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben“ ausführlich beschrieben. Eines seiner Anliegen war dabei, durch sein öffentliches Bekenntnis den Druck von anderen Sportlern, die Ähnliches durchleiden, zu nehmen. Sein Burnout begründet er unter anderem mit dem extremen Leistungsdruck im Profisport. Gerade beim Skispringen sind viele Stressfaktoren im Spiel – denn es geht nicht nur um Sieg und Niederlage, sondern auch um die perfekten körperlichen Voraussetzungen durch die Kontrolle des Gewichts und der Ernährungsgewohnheiten. Auch Hannawalds sportlicher Magerwahn nahm zeitweise besorgniserregende Ausmaße an. Jetzt nach Beendigung seiner Karriere kann Hannawald endlich wieder entspannt alles essen, worauf er Lust hat.

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