Kognitive Verhaltenstherapie bei Burnout

Zu den Ursachen des Burnout-Syndroms zählen nicht nur Stress und Lebensumstände. Ein nicht unerheblicher Teil der traurigen, hilfslosen und angstvollen Gefühle entspringt aus der betroffenen Person selbst. Dabei spielen sowohl genetische Aspekte als auch Erziehung und persönliche Erfahrungen eine Rolle. Diese tragen zu den sogenannten Kognitionen bei. Darunter versteht sich die Gesamtheit unserer Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen. Die Art und Weise des Denkens kann demnach darüber entscheiden, wie wir uns fühlen, verhalten und auch wie wir körperlich reagieren. Schon der griechische Philosoph Epiktet wusste: Es sind nicht die Dinge an sich, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge. Die gute Nachricht dabei: Was auch immer passiert – es besteht die Möglichkeit, Einfluss auf unsere Gefühle zu nehmen.

Bei der Verhaltenstherapie fungiert der Therapeut als eine Art Coach, der hilfreiche Wege zur Problemlösung, zur Entspannung, zum Aufbau eines positiven Selbstbildes und Lebenskonzeptes aufzeigt. Alle Techniken, die dabei zum Einsatz kommen, sind wissenschaftlich überprüft. Essentielle Fragestellungen sind beispielsweise: In welchen Situationen tritt das Problem auf? Wann tritt es nicht auf? Was machen wir dann anders? Sind unsere Gedanken der Situation angemessen oder übertrieben negativ? Was benötigen wir, um unseren Wünschen entsprechend zu reagieren und unsere Ziele zu erreichen?

Zu den therapeutischen Strategien zählen zum Beispiel Entspannungsverfahren, Atemtechniken, Selbstsicherheitstraining, konkrete Verhaltensübungen für individuelle alltägliche Situationen, Vorstellungsübungen und mentales Training sowie systematische Desensibilisierung und Konfrontationstraining.

Die Verhaltenstherapie gehört neben der tiefenpsychologisch orientierten Therapie zu den am besten erforschten und am häufigsten eingesetzten Verfahren. Beide werden in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.

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