Psychotherapie bei Burnout

Gegen das Burnout-Syndrom gibt es nicht die eine Standard-Therapie. Das Behandlungskonzept muss daher für die individuellen Bedürfnisse des Patienten maßgeschneidert werden. Während der eine nur Unterstützung bei der Neustrukturierung seines Alltages braucht, zeigt der andere schon Symptome einer Depression und braucht eventuell medikamentöse Hilfe, um wieder vollends auf die Beine zu kommen. Psychotherapeutische Unterstützung ist jedoch oftmals essentiell, um ein Burnout-Syndrom dauerhaft zu überwinden.

Psychotherapie bei Burnout

Psychotherapie bei Burnout

Psychotherapie bei Burnout – Fotolia © WavebreakMediaMicro

Was ist eine Psychotherapie?

Eine Psychotherapie ist die gezielte Behandlung von seelischen Erkrankungen oder den seelischen Folgen, die eine körperliche Erkrankung hat. Darüber hinaus können in einer psychologischen Beratung auch Fragen der Lebensgestaltung geklärt werden, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit einer Erkrankung stehen. Die Psychotherapie nutzt  unterschiedliche Methoden, wie Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und viele mehr, und basiert meist auf dem persönlichen Gespräch zwischen dem Therapeuten und dem Klienten.

Wie hilft eine Psychotherapie bei Burnout-Symptomen?




Befindet sich der Burnout-Patient noch in der Anfangsphase der Erkrankung, genüg meist schon eine Kurzzeittherapie, um das Entstehen eines schweren Burnouts oder einer Depression zu verhindern. Bestandteile einer solchen Kurzzeittherapie können beispielsweise Konflikt- und Zeitmanagement sein, damit der Betroffene in die Lage versetzt wird, seine Ressourcen besser einzuteilen. Der Therapeut wird mit dem Klienten darüber hinaus voraussichtlich daran arbeiten, eine erfüllendere Gestaltung von Freizeit und Privatleben zu erreichen. Dazu können beispielsweise die Aufnahme eines neuen Hobbys oder die Verbesserung sozialer Kontakte zählen. Zusätzlich profitieren viele Burnout-Patient vom Erlernen gezielter Entspannungstechniken, wie Yoga oder Autogenem Training.

Im fortgeschrittenen Stadium des Burnout-Syndroms benötigen viele Patienten eine längerfristig angelegte Verhaltenstherapie, die meist ambulant durchgeführt. Ein Klinikaufenthalt ist in manchen Fällen jedoch ebenfalls möglich oder nötig. Wichtig ist zuallererst, dass der Patient seine Lage erkennt und akzeptiert, um angebotene Hilfe tatsächlich annehmen zu können.

In der Therapie soll erlernt werden, negative Gedankenmuster zu durchbrechen und Raum für positive Erlebnisse zu schaffen. Verhaltensmuster, die sich nachteilig für den Patienten auswirken, sollen erkannt und langfristig verändert werden. Ein Mensch mit starkem Hang zum Perfektionismus und Versagensängsten kann so beispielsweise erlernen, dass sein Wert als Person nicht ausschließlich von seinen Leistungen abhängig ist. Viele Burnout-Betroffene müssen zudem ihr Selbstwertgefühl neu aufbauen, da häufige Misserfolge diesem schwer zugesetzt haben. Darüber hinaus kann es ein Therapieziel sein, Unterstützung im sozialen Umfeld zu aktivieren und den Burnout-Betroffenen in die Lage zu versetzten, zukünftig in belastenden Lebenslagen bei Freunden und Familie Beistand zu suchen und anzunehmen. Die tatsächlichen Therapieziele müssen aber natürlich zu Beginn der Zusammenarbeit von Klient und Therapeut definiert werden, um die ideale und individuell angemessene Unterstützung für den Burnout-Betroffenen zu gewährleisten.

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