Nein-Sagen-Können ist Teil der Burnout-Prävention

Können Sie freundlich aber bestimmt Nein-Sagen? Arbeit und Freizeit sind in der heutigen Berufswelt häufig nur noch schlecht zu trennen. Während in vielen Betrieben Überstunden üblich sind, gehen andere Arbeitnehmer zwar pünktlich nach Hause, sind aber dennoch permanent per Telefon oder Mail zu erreichen. Wenn Entspannung und Freizeit dabei auf der Strecke bleiben, leidet nicht nur die Zufriedenheit, sondern es droht auf lange Sicht auch ein Burnout-Syndrom. Daher ist es wichtig, die persönlichen Grenzen abstecken zu können. Vielen Menschen kommt ein klares Nein jedoch sowohl im Beruf als auch im Privatleben nur schwer über die Lippen.

Nein-Sagen – Was hindert Menschen daran?

Nein-Sagen-Können ist Teil der Burnout-Prävention

Können Sie Nein-Sagen? – Fotolia © envfx

Menschen, die nicht Nein sagen können, werden meist von der Angst vor negativen Konsequenzen getrieben. Sie befürchten, auf Aggressionen oder Ablehnung und Zurückweisung ihrer Person zu stoßen, falls sie anderen Menschen Grenzen aufzeigen oder ihnen Bitten abschlagen.

Ursprung dieser Ängste sind häufig ein gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl und ein mangelhaftes Selbstvertrauen. Personen mit diesen Charaktermerkmalen möchten von ihrem sozialen Umfeld akzeptiert werden und sich dauerhaft bestätigt fühlen. Da sie die Ansprüche anderer stets erfüllen, erhalten sie in der Regel ein solches unmittelbares positives Feedback. Zudem schützt sie ihr Ja vor einem offenen Konflikt, in den sie ein Nein bringen könnte.



Viele Menschen, die nicht Nein sagen, empfinden es zudem als unhöflich und unfreundlich, Wünschen nicht nachzukommen. Sie sind sehr harmoniebedürftig, haben häufig Angst, als egoistisch zu gelten oder betrachten sich selbst generell als weniger wichtig als ihre Mitmenschen, sodass sie ihre eigenen Bedürfnisse stets hintenanstellen.

Übungen für ein selbstsicheres Nein

Ob Sie es glauben oder nicht: Das Neinsagen können Sie wie jede andere Fähigkeit trainieren. Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, sich Schritt für Schritt sicherer bei einer Absage zu fühlen.

Die Perspektive wechseln

Versuchen Sie es einmal so zu sehen: Wenn Sie sich überwinden, Nein zu etwas zu sagen, dass Sie nicht tun wollen, sagen Sie zugleich Ja zu dem, was sie wirklich wollen. Nutzen Sie dieses Gefühl als Motivation.

Die Wahl haben

Erinnern Sie sich bei möglichst vielen Entscheidungen daran, dass Sie die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten haben. Kaum etwas im Leben ist komplett alternativlos.

Bedenkzeit nutzen

Wenn jemand mit einer Bitte auf Sie zukommt, antworten Sie ebenfalls mit einer Bitte: „Lass mich kurz darüber nachdenken. Ich sage dir in einer halben Stunde bescheid.“ Somit gewinnen Sie Zeit, Ihre eigenen Aufgaben zu sichten und gegebenenfalls etwas Mut für ein Nein zu sammeln.

Einen Zeitraum vorgeben

Sie können oder wollen eine Aufgabe nicht komplett übernehmen? Dann geben Sie dem Bittsteller einen festen Zeitraum vor, wie z. B. „Ich mache das gern. Ich kann aber nur am Freitag zwischen 16 Uhr und 18 Uhr.“ Wichtig ist jedoch, dass Sie ehrlich mit sich sind und nur Zeiträume angeben, die Sie problemlos einhalten können… und möchten!

Die richtigen Worte finden

Ein Nein muss nicht unhöflich oder egoistisch sein. Wenn Sie sehr unsicher sind, können Ihnen folgende Formulierungen dabei helfen, Ihre Absage zu begründen:

  • „Die zur Verfügung stehende Zeit ist zu kurz. Ich müsste andere Aufgaben abgeben oder aufschieben.“
  • „Ich freue mich, dass Sie mich um Unterstützung bitten. Leider kann ich aus terminlichen Gründen nicht helfen.“
  • „Vielleicht wäre das möglich. Ich halte es aber für absolut unwahrscheinlich. Tut mir leid.“
  • „Beim nächsten Mal gern. Jetzt habe ich aber schon einen festen Termin.“
  • „Ich habe leider keine Zeit, dich bei dem gesamten Projekt zu unterstützen. Aber wir können uns am Samstag für zwei Stunden treffen und darüber sprechen.“

Tipp: Üben Sie heute höflich und freundlich „NEIN!“ zu sagen! Achten Sie darauf wie es sich anfühlt. Zu Beginn wird es zwar unangenehm und ungewohnt sein, aber es lohnt sich! Sie tun sich damit etwas gutes und machen sich von Mal zu Mal freier! 😉

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