Alkoholismus und Burnout – den Stress ertränken

Beinahe jeder von uns kennt den stimmungshebenden Effekt von Alkohol: Ein Bier oder ein Gläschen Wein, und die Welt sieht schon nicht mehr so trübe aus. Ernst wird es, wenn der Alkohol zum festen Ritual wird. Vor allem Männer versuchen gerne, sich mit dem ein oder anderen Feierabendbierchen zu entspannen. Daraus werden dann schnell zwei oder drei. Spätestens, wenn auch morgens vor der Arbeit oder in der Mittagspause nicht mehr auf Alkohol verzichtet werden kann, haben die Betroffenen ein ernstzunehmendes Suchtproblem.

Bei vielen reichen Bier und Wein bald nicht mehr aus. Sie greifen dann laut eigener Angaben immer häufiger auch zu „härterem“ Stoff wie Schnaps oder Mischgetränken, um den Stresspegel herunterzufahren. Diesen gefährlichen Trend belegt das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“: Jeder fünfte Mann (19,5 %) gibt zu: „Ich entspanne mich mit Alkohol“. Frauen greifen hingegen deutlich seltener zu dieser Entspannungsmethode (8,5 %). Sie gehen nach einem anstrengenden Tag lieber eine Runde joggen, nehmen ein wohltuendes Bad, spannen vor dem Fernseher aus oder setzen sich mit einem guten Buch auf die Couch.

Selbstbehandlungsversuche mit Alkohol, Nikotin, Medikamenten und Drogen sind keine Seltenheit bei Burnout. Überwiegend sind es Männer, die auf derartige Substanzen vertrauen. Geholfen hat diese Strategie der Stressbewältigung jedoch noch niemandem. Vielmehr erschwert das entstehende Suchtproblem auch die Behandlung des Burnout-Syndroms. Wer abends an der Bar versumpft und morgens Aufputschmittel nimmt, um den Kater zu unterdrücken, verbrennt seine Kräfte noch schneller als andere.

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