Berufstätige Mütter haben das höchste Burnout-Risiko

Die Ruhr-Universität Bochum hatte kürzlich gemeinsam mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) einen wissenschaftlichen Burnout-Test initialisiert, bei dem Berufstätige ihr Burnout-Risiko überprüfen lassen konnte. Insgesamt  3.833 Menschen nahmen teil.

Nach den Auswertungen wurde deutlich, dass berufstätige Mütter ein besonders hohes Burnout-Risiko tragen. Sie leben mit der gesellschaftlichen Erwartung, dass sie Kind und Beruf perfekt unter einen Hut bekommen müssen. Väter hingegen nehmen das Familienleben eher aus Ausgleich wahr. Sie entspannen sich beim Spielen und Toben mit den Kleinen, während sich Mütter häufig immer noch um die klassischen Pflichten kümmern.

Die Ergebnisse zeigten, dass mehr Geld – oder auch das von der Bundesregierung beschlossene Betreuungsgeld – keine sinnvolle Unterstützung bieten kann, um Mütter, die nach wie vor gerne ihrem Beruf nachgehen, zu entlasten. Vielmehr sind eine verstärkte soziale Einbindung und strukturelle Verbesserungen vonnöten. Dies machte auch deutlich, dass eine hohe Arbeitsbelastung allein nicht schuld am Burnout sein kann.

Weitere interessante Resultate traten zutage: Auch wenn sie eine höhere Verantwortung tragen, sind Personen in Führungspositionen weniger Burnout-gefährdet als einfache Angestellte. Das liegt vor allem daran, dass sie in der Regel –ähnlich wie Selbstständige – einen größeren inhaltlichen und zeitlichen Gestaltungsfreiraum bei der Arbeit haben. Gleichzeitig genießen sie die Sicherheit der Festanstellung.

Ein wesentlicher Faktor für das persönliche Burnout-Risiko ist hingegen die individuelle Zufriedenheit im Job, die maßgeblich mit dem Vorgesetzten-Verhalten korreliert. Angestellte, die sich angemessen wertgeschätzt fühlen, entwickeln seltener ein Burnout.

Das Alter hingegen spielt für die Gefahr eines Burnouts keine Rolle. Das Phänomen kann sowohl Schüler als auch Rentner betreffen.

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