Burn-out-Phasen: Vom Stress in die Depression

Ein Burn-out-Syndrom ist etwas sehr Individuelles. So verschieden wie die betroffenen Menschen sind, so sehr unterscheidet sich auch die Verläufe und Symptome der Erkrankung. Bis heute gibt es daher keine verbindlich festgelegten typischen Entwicklungsschritte eines Burn-outs. Entsprechend vielfältig sind auch die Modelle, die Mediziner entwickelt haben, um das Burn-Out-Syndrom besser verstehen zu können.

Burn-out-Modelle
Die Modelle, anhand derer Ärzte und Psychologen das Burn-Out-Syndrom einteilen, unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der einzelnen Phasen. Während einige Modelle mit vier Phasen auskommen, teilen andere das Burn-out in zwölf oder mehr Stadien ein, die ein Patient durchläuft. Für alle Modelle gilt jedoch, dass jeder betroffene Mensch ein einzigartiges Muster aufweist. Während die einen lange Zeit im Anfangsstadium der Erkrankung verweilen oder mehrfach dorthin zurückkehren, erreichen andere beispielsweise wesentlich schneller einen Zustand der totalen Erschöpfung.

Grundlegender Ablauf des Burn-out-Syndroms
An dieser Stelle alle Modelle und Theorien vorzustellen, würde bei Weitem den Rahmen dieses Artikels sprengen. Daher soll uns eine einfache Einteilung in vier Phasen ausreichen, um den grundlegenden Ablauf eines Burn-out-Syndroms zu beschreiben.

1. Phase: Warnsignale
In der Anfangsphase treten erste Warnsignale auf. Die Betroffenen fühlen sich enorm eingespannt und unentbehrlich. Sie gönnen sich wenige Pausen und missachten ihre persönlichen Bedürfnisse. Es zeigen sich erste Erschöpfungsmerkmale und zunehmende Unzufriedenheit. Der Teufelskreis ist in vollem Gange.

2. Phase: Stagnation
In der zweiten Phase beginnen Selbstzweifel zu wachsen. Die Betroffenen bemerken, dass ihre Arbeitsleistung immer mehr nachlässt. Sie fühlen sich häufiger überfordert und erschöpft. Anstatt verstärkt auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen, versuchen viele Burn-out-Patienten nun erst recht durch vermehrte Anstrengungen wieder zu Erfolgserlebnissen zu gelangen.

3. Phase: Frustration
In der dritten Phase nehmen Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen zu. Aufgrund anhaltender Frustration und mangelnden Erfolgserlebnissen verhalten sich Betroffene immer passiver und distanzierter. Ihr Leidensdruck steigt, sie ziehen sich von Freunden und Familie zurück und können keine Energie mehr für Aktivitäten aufbringen.

4. Phase: Apathie
Die vierte Phase eines Burn-out-Syndroms ist von Depression und Verzweiflung gekennzeichnet. Die Betroffenen sehen keinen Ausweg mehr aus ihrer Situation. Die Arbeit wird auf das allernotwendigste reduziert. Veränderungen werden gemieden und Probleme nicht beachtet. Die körperliche Erschöpfung macht anfällig für Folgeerkrankungen. Zudem können psychische Erkrankungen wie Panikattacken oder Essstörungen hinzukommen. Ohne Behandlung kann ein Burn-Out-Syndrom im schlimmsten Fall bis zum Suizid des Patienten führen.

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