Burn-Out: Schlüsselbegriff Enttäuschung

Vielfach wird angenommen, dass bei Patienten, die am Burnout-Syndrom erkranken, in erster Linie beruflicher und privater Stress die Ursache sei. Das verhält sich jedoch oftmals ganz anders. Denn nicht alle von Burnout Betroffenen fühlen sich überfordert. Einige von ihnen vermissen sogar Herausforderungen und Abwechslung. Grundlegend ist jedoch in fast allen Fällen die generelle Unzufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation – kurzum, die Enttäuschung, dass Anstrengung und Erfolg einander nicht entsprechen, dass ein angemessenes soziales Feedback ausbleibt, dass eine schwerer Schicksalsschlag eingetreten ist oder Ähnliches. Viele Patienten quälen sich mit Fragen wie „Warum ausgerechnet ich?“ oder „Was geschieht jetzt mit mir?“.

Am Anfang der Erkrankung von allem steht die Aufgabe, das Burnout richtig zu verstehen. Burnout hat eine unmissverständliche Botschaft an den Betroffenen, dass es so nicht mehr für ihn weitergeht. So gesehen ist die Erkrankung keine Bedrohung oder Grund zur Verzweiflung, sondern vielmehr eine Chance, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Enttäuschung bedeutet auch, dass Täuschung und Selbsttäuschung ein Ende genommen haben und sich der Betroffenen klar mit der augenblicklichen Lebenssituation konfrontiert sieht.

Im Rahmen einer Burnout-Therapie, die meist inhaltlicher und weniger medikamentöser Natur ist, geht ist vor allem darum, sich bestimmte schädliche Einstellungen und Verhaltensweisen bewusst zu machen und zu verändern. Viele der eigenen Glaubenssätze entstehen bereits in der frühen Kindheit und führen so beispielsweise zu übertriebenem Ehrgeiz, Narzissmus sowie zwanghaften Verhaltensweisen. Dies sind die besten Voraussetzungen, um im späteren Leben ein Burnout zu erleiden. Ziele der Behandlung sind allgemein die Stärkung des Selbstvertrauens sowie die Gewinnung von Klarheit in Bezug auf die eigenen Identität und weitere Lebensziele.

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