Burnout als Risikozustand: Psychische Erkrankungen rechtzeitig enttarnen

Ein Burnout kommt nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich häufig schleichend über viele Jahre hinweg – bis irgendwann die seelischen und meist auch die körperlichen Kräfte erschöpft sind. Innerhalb der vergangenen zwölf Jahre ist die Anzahl der Fehltage bei psychischen Erkrankungen in Deutschland um 85 Prozent gestiegen, zeigte der DAK Gesundheitsreport 2013. Ein negatives Signal, das dazu anhält, die Arbeitsbedingungen in der modernen Leistungsgesellschaft kritisch unter die Lupe zu nehmen. Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Betriebe sind gefragt, diesem Trend zu begegnen und die Arbeit und das Umfeld am Arbeitsplatz so zu gestalten dass sie einer gesunden Lebensweise entsprechen.

Laut medizinischer Definition ist Burnout jedoch keine Erkrankung für sich, sondern vielmehr ein Risikozustand. Die Diagnose Depression wird beispielsweise wesentlich häufiger gestellt. Nichtsdestotrotz wird die Begrifflichkeit Burnout von vielen Patienten bevorzugt, denn gestresst zu sein gehört für viele Arbeitnehmer heutzutage schon fast zum guten Ton. So werden Überstunden beispielsweise nicht als Mangel an Effizienz, sondern als Fleiß gewertet, und wer ein wirklich wertvoller Mitarbeiter sein möchte, ist auch am Feierabend und im Urlaub immer für sein Unternehmen erreichbar.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass Ärzte gegebenenfalls auch in der Lage sind, ein Burnout enttarnen und die Erkrankung festzustellen, die sich in Wirklichkeit dahinter verbirgt. Die Betroffenen selbst müssen lernen, die Diagnose anzunehmen, damit eine entsprechende Therapie erfolgreich sein kann. Das ist oftmals schwierig, da eine seelische Erkrankung nicht selten auch ein soziales Stigma darstellt und gerade am Arbeitsplatz zu Benachteiligungen führen kann.

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