Burnout kann das Leben verkürzen

Psychische Erkrankungen sind nicht nur eine große seelische Belastung für die Betroffenen. Jetzt fanden Forscher heraus, dass sie auch noch das Leben verkürzen können. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob die Patienten unter einer schwerwiegenden psychischen Störung wie einer behandlungsbedürftigen Depression oder lediglich unter depressiven Verstimmungen, Stress oder einer Lebenskrise leiden. Tom Russ und Mitarbeiter des britischen National Health Service hatten die Daten von knapp 70.000 Briten über 35 Jahren hinweg ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sterblichkeit auch dann schon ansteigt, wenn sich Menschen psychisch nur leicht belastet fühlen.

Dabei haben vermehrtes Rauchen, Trinken, Bewegungsmangel oder die generelle Vernachlässigung der Gesundheit keinen Einfluss auf den verfrühten Todeszeitpunkt. Im Studienzeitraum starben knapp 8.400 der beobachteten Menschen: rund 3.400 an Herz-Kreislauferkrankungen, etwas über 2.500 an Krebs und weniger als 400 wurden „externe Ursachen“ zum Verhängnis (zum Beispiel Unfälle oder Selbstmord). Besonders stiegen die Gefahren, an Herz-Kreislauferkrankungen (um 22 Prozent erhöhtes Risiko) und „externen Ursachen“ (um 26 Prozent erhöhtes Risiko) zu sterben.

Inwiefern eine Therapie den Betroffenen helfen könnte, wurde dabei noch nicht erforscht. Fest steht nur: Je länger Menschen in einer vielleicht sogar unerkannten seelischen Notlage verharren, desto höher ist das Risiko, frühzeitig zu sterben. Einen wichtigen Ansatzpunkt sehen Mediziner darin, dass die Betroffenen lernen, mit Stress besser umzugehen.

Wie sehr uns übrigens auch schon Ehrgeiz schaden kann, fanden Wissenschaftler der University of Notre Dame im Rahmen einer Langzeitstudie heraus: Über einen Zeitraum von 70 Jahren begleiteten sie 717 Absolventen der Elite-Universitäten von Oxford, Harvard und Yale. Zugleich untersuchten sie eine Gruppe von Menschen ohne Hochschulabschluss bis zum Ende von deren Leben. Das Resultat: Die Karrieristen starben im Schnitt 15 Jahre früher und waren insgesamt in einer weniger guten gesundheitlichen Verfassung.

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