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Burnout oder Depression? – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Immer mehr Menschen fühlen sich dauerhaft erschöpft und kraftlos. Auch die Zahl der psychisch bedingten Krankmeldungen wächst seit Jahren konstant an. Zu den häufigsten Ursachen für Fehltage zählen Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen aber auch das Burnout-Syndrom. Häufig ist es jedoch nicht leicht, eine Depression vom Burnout abzugrenzen.

Burnout oder Depression?

Burnout oder Depression? - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Burnout oder Depression? – Fotolia © Light Impression

Das Gesicht wahren

Noch immer herrscht unter den Experten Uneinigkeit darüber, ob ein Burnout ein eigenes Krankheitsbild oder lediglich eine verdeckte Depression ist. Obwohl psychische Erkrankungen stark zunehmen, sind sie längst noch nicht gesellschaftlich akzeptiert. Gerade Depressionen gelten leider noch immer als Zeichen von Schwäche. Viele Betroffene halten Ihre Erkrankung daher aus Angst vor Stigmatisierung geheim. Besonders Männer, das sogenannte „starke Geschlecht“, sowie hochrangige Führungskräfte wollen sich nicht eingestehen, an einer Depression zu leiden. Sich in ein Burnout gearbeitet zu haben, ist für viele hingegen vergleichsweise akzeptabel.

Unterscheidungskriterien

Anhand welcher Kriterien lassen sich nun aber ein Burnout-Syndrom und eine Depression unterscheiden? Für Experten kommen vor allem zwei Merkmale in Frage. Zum einen werden Depressionen häufig als dauerhafter Zustand beschrieben. Besonders ohne Behandlung verfestigt sich die niedergeschlagene und freudlose Gemütslage, in der die Erkrankten sich befinden, langfristig.



Ein Burnout-Patient hingegen durchläuft meist wesentlich deutlichere Phasen seiner Erkrankung. Diese reichen von überdurchschnittlichem Engagement über Versagensängste, Misserfolge und das bekannte „Hamsterrad-Gefühl“ bis hin zur kompletten Erschöpfung. Darüber hinaus ist es möglich, mehrfach zwischen diesen Phasen zu wechseln, sowie ebenfalls Zeiten zu erleben, in denen der Patient sich gesund und unbeschwert fühlt.

Zum anderen kann man das Burnout-Syndrom als eher „kontext-bezogene“ Erkrankung verstehen. Der Erschöpfungszustand, in dem sich ein Burnout-Patient befindet, resultiert aus einer anhaltenden Überlastung (z.B. beruflich oder familiär) unter gleichzeitiger Missachtung von Bedürfnissen, wie beispielsweise Ruhe und Entspannung.

Eine Depression hingegen wird vielfach als eher „kontext-frei“ bezeichnet. Das bedeutet, dass Depressionen viel allgemeiner sind als ein Burnout. Sie können auch ansonsten ausgeglichene Menschen betreffen und unter Umständen sogar erblich bedingt sein. Häufig geht aber auch einer Depression eine belastende Erfahrung, wie beispielsweise ein Todesfall in der Familie, voraus. Die Grenzen zwischen einer Depression und einem Burnout-Syndrom sind also nicht trennscharf, sondern eher fließend und individuell verschieden wie die betroffenen Menschen.

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