Burnout und Rückenschmerzen: Wie Stress zu chronischen Verspannungen führt

Nicht immer ist ein Bandscheibenvorfall oder eine Wirbelblockade schuld an Rückenschmerzen. Auch durch anhaltende seelische Anspannung können Rückenprobleme entstehen – und sich verschlimmern. Nicht wenige Patienten mit einem Burnout leiden daher unter Rückenproblemen.

Ein erhöhter Muskeltonus (Muskelspannung) ist ein eindeutiges Anzeichen für Stress. Das ist zunächst eine ganz normale und natürliche körperliche Reaktion: Bei Angst, Aufregung und Gefahr bewirkt das sympathische Nervensystem eine Anspannung der Skelettmuskulatur als Vorbereitung auf körperliche Aktivität wie beispielweise Flucht oder Angriff. Die vermehrte Energiezufuhr erhöht den Spannungszustand in den Muskeln. Nicht immer allerdings kommen die Reize von außen. Auch Gedanken und Gefühle können eine Erhöhung des Muskeltonus bewirken.

Das Problem: Handelt es sich um ständigen Stress, findet der Körper keinen Grund mehr, den Spannungszustand abzubauen. Chronische Muskelverspannungen bewirken dabei oft starke Schmerzzustände, weil die angespannten Muskeln die Gefäße verengen und die Blutzufuhr beeinträchtigen. Diese Minderdurchblutung beeinträchtigt die Sauerstoffzufuhr und den Abtransport von Abfallprodukten des Stoffwechsels. Dies ist die Ursache der Schmerzen.

Bei einer anhaltenden Verspannung kommt es häufig zu einer schmerzhaften Nackenversteifung, ausstrahlenden Schmerzen in Schultern, Arme und Hände sowie zu einer Durchblutungsstörung der Hände. Muskelverspannungen des oberen Rückens, die zu Schmerzen unterhalb des Herzens oder im linken Arm führen, werden von den Betroffenen häufig als Herzkrämpfe oder Herzschmerzen fehlgedeutet und nicht selten als panikauslösend erlebt. Fehlstellungen der Wirbelsäule im Hals- und Brustbereich aufgrund chronischer Verspannung führen zu einem Druck auf die Nerven, der als Schmerz im vorderen Brustbereich empfunden wird, da sich dort Nervenendigungen befinden.

Viele Orthopäden achten inzwischen auch auf die seelische Gesundheit ihrer Patienten und verordnen nicht nur Schmerztabletten und Krankengymnastik, sondern empfehlen bei Bedarf auch Psychotherapie.

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