Burnout: Warum besonders die Mutigen betroffen sind

Menschen, die verantwortungsvolle Positionen bekleiden, tragen wichtige Entscheidungen und manchmal hohe Risiken. Sie sind selbstbewusst, können sich in der Regel sehr gut selbst motivieren und haben Spaß an dem, was sie tun. Darüber hinaus haben sie gelernt, hart zu sich zu sein, ihre Grenzen manchmal zu ignorieren und vor allem: keine Angst zu haben. Die idealen Voraussetzungen für den Erfolg, möchte man meinen. Dass diese Menschen allerdings auch ein enormes Burnout-Risiko tragen, ist nicht immer leicht zu begreifen.

Wissenschaftler erklären sich das Phänomen wie folgt: Wer keine Angst hat, läuft Gefahr, Grenzen immer häufiger zu überschreiten und dabei die eigene Person zu instrumentalisieren. Schon kleine Anzeichen sollten uns dabei eine Warnung sein. Wer beispielsweise über eine rote Ampel rennt, weil er Angst hat, zu spät zur Arbeit zu kommen, stellt in diesem Moment seinen Job über seine Gesundheit und sein Leben.

Die angstfreien Burnout-Kandidaten fallen meist durch hohes Engagement auf. Keine Aufgabe ist ihnen zu viel. Sie haben einen hohen inneren Erfolgsdruck und möchten sich gerne von Kollegen, die weniger zupacken, positiv abheben. Dass ihnen das Lob von Vorgesetzten gewiss ist, verstärkt dieses persönliche Leistungskonzept – und ein Teufelskreis beginnt.

Leistungsfähigkeit kann nur dauerhaft auf einem hohen Niveau bleiben, wenn Grenzen akzeptiert werden und Menschen ihre Leistungsfähigkeit bewusst einschränken und so Verantwortung für die eigene Person übernehmen. Dabei fungieren Vorgesetzte durchaus als Vorbild für ihre Angestellten: Auch wer nur Entscheidungen ausführt, sollte zweifeln und Bedenken anmelden dürfen. Mitarbeiter, die nicht hin und wieder meckern und stöhnen, sondern Aufgaben wie kleine Maschinen abarbeiten, können ebenfalls rasch ein Burnout erleiden.

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