Jeder dritte Bundesbürger leidet unter einer psychischen Erkrankung

Psychische Erkrankungen sind weiterhin auf dem Vormarsch und verschlingen Milliarden Euro des Gesundheitssystems. Rund 27 Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit nach Angaben der KKH-Allianz unter Burnout oder Depressionen. Die Kosten für die Volkswirtschaft belaufen sich inzwischen auf mehr als 100 Milliarden Euro. Dabei wird immer deutlicher, dass es sich nicht nur um eine Modeerscheinung handelt. Die KKH-Allianz beruft sich für die Einschätzung auf die Daten über die Versicherten und die Analysen zahlreicher Experten. Bis zum Jahr 2030 erwarten Fachleute, dass psychische Erkrankungen zusammen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden zu den häufigsten Erkrankungen in Industrieländern zählen werden. Allein zwischen 2009 und 2011 hätten die Fälle von Burnout bei den Versicherten laut der Angaben der KKH-Allianz um 40 Prozent zugenommen.

Das Phänomen Burnout wird in Fachkreisen noch nicht als Erkrankung gewertet. Die Ursachen sind sehr individuell. Grundsätzlich ist es nicht so, dass die Betroffenen immer nur einfach zu viele Überstunden machen oder zu viel Verantwortung tragen. Burnout trifft genauso häufig den „kleinen Mann“, der sich zwischen Teilzeitjobs aufreibt oder jemanden, der vielen Menschen gerecht werden muss. Grundsätzlich kann theoretisch jeder an Burnout erkranken – Schüler, Studenten, Berufstätige, Führungskräfte, Arbeitslose oder Rentner.

Bei vielen Patienten verschwimmen die Symptome von Burnout und Depressionen. Während bei einem reinen Burnout-Syndrom die Menschen in der Regel emotional gut ansprechbar und zumeist auch ohne den Einsatz von Arzneimitteln behandelt werden können, setzen Ärzte, sobald das Erschöpfungssyndrom in eine Depression übergeht, häufig doch auf die Gabe von Medikamenten.

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